Angst vor US-Angriffen
Nigeria: Christen-Entführung tagelang verheimlicht
Offenbar aus Angst vor weiteren US-Luftschlägen haben die Behörden in Nigeria die Entführung von über 160 Christen tagelang verheimlicht. Erst dem immer größer werdenden öffentliche Druck bestätigte nun die Polizei nun den Vorfall im Dorf Kurmi Wali im Nordwesten des afrikanischen Staates.
Bewohner des Dorfes hatten berichtetet, dass insgesamt 177 Menschen während der Gottesdienste entführt worden seien. Elf von ihnen hätten fliehen können, 166 würden festgehalten. Die Angaben deckten sich mit Berichten der Christlichen Vereinigung von Nigeria (CAN). Die Angreifer seien auf Motorrädern gekommen und hätten während des Überfalls auf die drei Kirchen wahllos geschossen. Nach dem Angriff hätten die mutmaßlichen Entführer im Dorf angerufen und 17 Motorräder gefordert. Die Dorfbewohner rechnen mit Lösegeldforderungen.
Islamisten und kriminelle Banden treiben ihr Unwesen
Zunächst drohten die Behörden mit Strafen wegen angeblicher Falschmeldungen. Doch nun mussten sie den Angriff einräumen. In Nord- und Zentralnigeria sind sowohl islamistische Terrorgruppen als auch bewaffnete kriminelle Banden aktiv, die jährlich Tausende Menschen entführen, um Geld oder die Freilassung von Mitgliedern zu erpressen. Polizei und Militär bekommen die Lage nicht unter Kontrolle. Konflikte verlaufen in dem je zur Hälfte christlich und muslimisch geprägten Land zunehmend entlang religiöser Trennlinien, die meist nicht die eigentliche Ursache sind.
Obwohl der Großteil der Opfer Muslime sind, geraten Angriffe auf Christen zunehmend in den internationalen Fokus. Das US-Militär flog zu Weihnachten Luftangriffe im Nordwesten Nigerias, die sich nach Angaben von Präsident Donald Trump gegen Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ richteten, denen die Ermordung von Christen vorgeworfen wird. Trump drohte mit weiteren Schlägen, sollte das „Abschlachten“ von Christen anhalten.
Weltverfolgungsindex: Dramatische Verschlechterung in Syrien
Weltweit sind 388 Millionen Christen wegen ihres Glaubens mindestens in hohem Maß von Verfolgung und Diskriminierung betroffen. Das geht aus dem Weltverfolgungsindex 2026 des internationalen Hilfswerks Open Doors hervor. Besonders dramatisch hat sich zuletzt die Lage für Christen in Syrien verschlechtert.
Nach dem Sturz des Assad-Regimes rückte das Land in dem jährlich erhobenen Index von Platz 18 auf sechs vor. Auf Rang eins liegt erneut Nordkorea, gefolgt von Somalia, Jemen, Sudan und Eritrea. Nigeria auf Rang 7 ist laut der evangelikalen Freikirchen nahestehenden Organisation das „globale Epizentrum tödlicher Gewalt gegen Christen“: Von den mindestens 4849 Christen, die weltweit im Berichtszeitraum von Oktober 2024 bis September 2025 wegen ihres Glaubens getötet wurden, stammen 3490 aus Nigeria.









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