„Krone“-Kommentar

Kickl: Der ewige Kämpfer ums Kanzleramt

Kolumnen
17.01.2026 20:00

Sanfter, zurückhaltender Umgang mit der ÖVP – das ist man von Herbert Kickl nicht wirklich gewohnt. Doch nicht nur das fällt beim FPÖ-Neujahrstreffen auf, wo er plötzlich neue, milde Töne anschlägt. „Die Zeit“ meint gar: „Plötzlich redet Kickl so vorsichtig.“

Brief an die „Krone“-Leser: Klaus Herrmann, Geschäftsführender Chefredakteur
Brief an die „Krone“-Leser: Klaus Herrmann, Geschäftsführender Chefredakteur(Bild: Krone KREATIV/Imre Antal, stock.adobe.com)

Interessante Beobachtungen vom Neujahrstreffen. Allerdings nicht von jenem heute in Klagenfurt, sondern vor einem Jahr in Vösendorf bei Wien. Damals war Kickl „Fast-Kanzler“, unmittelbar nach seiner schaumgebremsten Rede begannen die Verhandlungen mit der ÖVP, die, so die damalige Erwartung, den blauen Wahlsieger alsbaldigst in das Kanzleramt befördern würden.

Es geht weiter ...
Auch Kickl selbst ließ am 18. Jänner 2025 keine Zweifel daran, dass er rasch das Land führen würde, und begann vorsichtshalber, seine Fans auf schwierige Zeiten einzustimmen. „Die guten Jahre werden kommen“, versprach er ihnen, um deutlich einzuschränken: „Aber sie können nicht sofort starten.“ In den nächsten Jahren werde man ein Tal durchschreiten, kündigte der designierte Kanzler an. Da blieb der Applaus in Vösendorf verhalten.

Tosend war er auch am Samstag in Klagenfurt nicht, als Kickl nicht als Regierungschef, sondern als ewiger Kämpfer ums Kanzleramt auftrat. Jetzt kennen wir auch seinen Lieblingssong: „Don’t Stop Believin’“ – „Hör nicht auf zu glauben“. Da heißt es: „It goes on and on and on and on“, also „es geht weiter und weiter und weiter“. Wie passend.

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