17-Jährige suspendiert

Ramadan raubt Schülerin im Internat den Schlaf

Niederösterreich
06.03.2026 05:00
Porträt von Niederösterreich-Krone
Von Niederösterreich-Krone

Weil ihre muslimischen Zimmerkolleginnen täglich um 3 Uhr früh ihr Ramadan-Frühstück einnehmen, platzte einer 17-Jährigen im Internat der Kragen. Ihre Beschwerde blieb ungehört, stattdessen vergriff sich die Jugendliche im Ton und wurde suspendiert.

Spätestens um drei Uhr früh ist es einem Viererzimmer im Internat der Landesberufsschule St. Pölten vorbei mit der Nachtruhe. Aufgrund des Ramadans stellen sich zwei muslimische Bewohnerinnen jeden Tag ihren Wecker, um den Sahur einzunehmen, also das traditionelle Frühstück vor dem Sonnenaufgang. Sehr zum Ärger der beiden anderen angehenden Friseurinnen. Sie werden täglich von ihnen geweckt. „Sie drehen sogar die Musik auf“, schildert die Mutter einer der Betroffenen.

Telefonat mit unschönen Worten
Die 17-Jährige aus St. Valentin in Niederösterreich meldete das auch bereits der Direktion. Doch den Vorschlag, in ein anderes Zimmer zu ziehen, in denen ebenfalls muslimische Mädchen schlafen, lehnten die zwei „Frühaufsteher“ ab. Und so eskalierte die Situation. „Meine Tochter rief mich beim nächsten Mal wutentbrannt an und ließ ihrem Frust freien Lauf“, erzählte die Mostviertlerin. Dabei sind laut Auskunft der Mutter während des Telefonats am Gang unschöne Worte gefallen. Worte, die auch die beiden Zimmerkolleginnen durch die Türe gehört haben sollen.

Doch dabei soll es nicht geblieben sein. Die Berufsschülerin soll ihre beiden Mitbewohnerinnen auch massiv persönlich beleidigt haben – laut Bildungsdirektion gibt es dazu sogar Videoaufnahmen. Das Duo meldete den Vorfall bei der Direktion.

Um drei Uhr nachts frühstücken muslimische Schülerinnen im Internat – und weckten die ...
Um drei Uhr nachts frühstücken muslimische Schülerinnen im Internat – und weckten die Mitbewohnerin. (Symbolbild)(Bild: Krone KREATIV/Solidasrock - stock.adobe.com, psdgraphicscom - stock.adobe.com)

Die Folge: Die 17-Jährige flog für eine Woche aus dem Heim. „Es war ohne Vorwarnung. Sie solle ihr Verhalten und ihre Kraftausdrücke überdenken , wurde ihr von der Direktion mitgeteilt“, ist ihre Mutter fassungslos. Diese Woche muss die Tochter jeden Tag um 4.30 Uhr aufstehen, um von St. Valentin mit dem Zug nach St. Pölten zu fahren.

Alleine im Klassenzimmer
Der Streit unter den Jugendlichen soll aber auch Auswirkungen ins Klassenzimmer haben. „Meine Tochter muss nun im Unterricht alleine sitzen. Zwar haben sich die Mädchen gegenseitig beleidigt, der Lehrer hat aber nur die Worte meines Kindes gehört oder verstanden“, erklärt ihre Mutter. 

FPÖ-Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer hat ebenfalls von dem Vorfall erfahren und ist erschüttert. „Unsere Kinder werden suspendiert, damit sich andere aufführen können? Integration heißt, sich anpassen, unsere Regeln akzeptieren und unsere heimische Kultur respektieren“, stellt er klar.

„Die Lebens- und Glaubenspraxis ist freilich zu achten. Gleichzeitig gelten in einem Internat ...
„Die Lebens- und Glaubenspraxis ist freilich zu achten. Gleichzeitig gelten in einem Internat aber klare Regeln und Ruhezeiten“, so FPÖ-Bildungssprecher Helmut Fiedler, im Bild vor dem Eingang der betroffenen Einrichtung.(Bild: FPÖ)

Lückenlose Aufklärung gefordert
FPÖ-Bildungssprecher Helmut Fiedler ergänzt. „Selbstverständlich ist die persönliche Lebens- und Glaubenspraxis zu achten. Gleichzeitig gelten in einem Internat klare Regeln und Ruhezeiten, die für alle verbindlich sind. Diese dürfen nicht aufgeweicht werden“, fordert er eine lückenlose Aufklärung. 

Laut Bildungsdirektion kann die 17-Jährige am Sonntag wieder zurück ins Internat. Sie werde dann aber in einem anderen Zimmer wohnen.

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