Porgy & Bess

Hommage an die legendäre Jazzmusikerin Carla Bley

Kultur
15.01.2026 12:35
Porträt von Verena Kienast
Von Verena Kienast

Eine liebevoll-freigeistige Hommage an die innovative Grand Dame des zeitgenössischen Jazzpianos: Die japanische Pianistin Aki Takase gedachte im Porgy & Bess gemeinsam mit der österreichischen Kontrabassistin Gina Schwarz der 2023 verstorbenen US-Jazzmusikerin Carla Bley.

Urgewalten werden da freigesetzt, wenn die japanische Pianistin und Komponistin Aki Takase wuchtig-expressiv in die Tasten hämmert – mit berstender Energie und Emotion und einer feinen Dosis Humor. Im beeindruckenden und präzisen Einverständnis mit dem sprachgewandt-melodiösen Kontrabass von Gina Schwarz und damit in der intimen Formation, die die große Carla Bley mit ihrem musikalischen und Lebenspartner Steve Swallow am E-Bass gerne mit Hingabe gepflegt hat.

Die legendäre Jazzmusikerin sei ihre Lieblingskomponistin, bekannte die quirlige Aki Takase, die dieser Tage ihren 78. Geburtstag feiert. Genussvoll nimmt ihr facettenreiches Spiel das Bley’sche Wesen in den Originalstücken ebenso wie in Eigenkompositionen des Duos auf und spinnt es mitreißend weiter. Inspiration und profunde Startbasis in den unendlichen Jazzkosmos – sehr rasant, groovend, wunderschön dramatisch erstrahlend und dann wieder fein zersplitternd und in den Tiefen des Lebens wühlend.

Aki Takase setzt mit ihrem Klavierspiel Urgewalten frei
Aki Takase setzt mit ihrem Klavierspiel Urgewalten frei(Bild: © Wolfgang Gonaus)

Bis zum schelmisch heldenhaften Ende
Bleys „Walking Battery Woman“ schwelgt in perkussiver Wucht, aus der Aki Takase die geradlinige und doch vielfach schwingende Motivlinie löst, die sich in prächtigen Details verschlingt und schließlich in den geblockten Akkorden manifestiert. Gina Schwarz beglückt mit fein ausgebauten Erzählungen, in die das Piano zarte Tupfen setzt.

Was lyrisch träumerisch und betörend melancholisch beginnt, kippt in die kraftvoll-atemlose Verdichtung und führt zum hoffnungsvoll perlenden, schelmisch heldenhaften Ende. Ein bisschen Slapstick, ungestüme Eruptionen und unvermutete Schrittwechsel in furiosem Tempo. Gina Schwarz‘ „Structural Chaos“ in 12-Ton-Technik fügt sich da ausgezeichnet dazu, wie es in aller Abstraktheit groovt und vor Emotion und Witz sprüht. Und im Abgang ein Schuss Blues. Grandios und sehr charmant!

Demnächst: Sokal gedenkt Zawinul
Ein nächstes Tribute-Projekt gibt es im Porgy & Bess schon am 21. Jänner, wenn Saxophonist Harry Sokal mit seiner neuen Groove Unlimited-Formation mit Jojo Lackner am Bass und Herbert Pirker am Schlagzeug unter dem Titel „I remember Joe“ des in vielen Dingen wegweisenden Joe Zawinul musikalisch gedenkt.

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