Streit mit Ortschef

Gemeinderat in Ollersdorf wieder ausgebremst

Politik
03.01.2026 19:00

Die SPÖ probte zum zweiten Mal den gleichen Aufstand gegen ÖVP-Bürgermeister Bernd Strobl. Dieser zeigt sich zwar verärgert aber unbeeindruckt davon. Wichtige Anschaffungen, die vom Gemeinderat genehmigt werden sollten, müssen nun warten.

Kein Weihnachtsfriede herrschte heuer wieder im Gemeinderat von Ollersdorf zwischen ÖVP und SPÖ. Die 9 Mandatare der SPÖ blieben, wie schon voriges Jahr zur gleichen Zeit, der letzten Gemeinderatssitzung am 30. Dezember, in der auch der Budgetvoranschlag beschlossen werden sollte, fern. Bürgermeister Bernd Strobl (ÖVP) ist sauer: „Dieser Termin war seit dem 19. September bekannt. Am 14. Dezember gab es im Gemeindevorstand noch einen Hinweis darauf, am 22. Dezember wurde die Einladung verschickt.“

Absagen im Stundentakt eingetrudelt
Seit dem 23. Dezember habe Strobl teils im Stundentakt die Absagen der SPÖ-Gemeinderäte erhalten. Unter anderem mit der Begründung, dass eine „sorgfältige inhaltliche Vorbereitung nicht möglich gewesen sei“ oder „drei Stunden vor der Sitzung wegen Urlaubs“, berichtet der Ortschef der „Krone“. Er führt dazu ins Treffen, dass 6 der 9 SPÖ-Mandatare Pensionisten oder Lehrer seien, die genügend Freizeit oder überhaupt Ferien hätten und sich ausreichend vorbereiten oder Zeit hätten nehmen können. Die SPÖ wählte diese Vorgehensweise schon im vergangenen Jahr bei der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres. Strobl wittert hinter dem Vorgehen ein Parteikalkül: „Obwohl ich schon seit 26 Jahren in der Politik bin, haben wir diese Probleme erst, seit bei der SPÖ mit der Familie Illedits persönliche Interessen und Parteitaktik das Kommando übernommen haben.“

Termin ist nicht familienfreundlich
Vizebürgermeisterin Tanja Illedits (SPÖ) erklärt die Verweigerung ihrer Fraktion gegenüber der „Krone“ anders: „Der Termin zwischen Weihnachten und Neujahr ist nicht familienfreundlich und stellt uns vor größere Herausforderungen.“ Die Entscheidung zur Verweigerung hätten nicht sie und ihr Mann (Ex-Landesrat Christian Illedits) getroffen, sondern alle SPÖ-Gemeinderäte. Viele seien gerade in dieser Zeit auf Urlaub oder bräuchten die Zeit für ihre Familie. Die Einladung am 22. Dezember sei nur acht Tage vor der Sitzung erfolgt, „wenn man Feiertage und das Wochenende abzieht, wären zwei Arbeitstage zur Vorbereitung geblieben.“ Bereits im November 2024 sei ein SPÖ-Antrag im Gemeinderat gegen Budgetsitzungen in den Weihnachtsfeiertagen angenommen worden, er werde aber ignoriert.

Kein Mannschaftsfahrzeug für die Feuerwehr
Bürgermeister Bernd Strobl verweist indes darauf, dass die Mandatare alle bezahlt würden, um ihrer Tätigkeit nachzukommen, und auch er die Zahlen für die Verteilung der Ertragsanteile vom Land erst am 28. November bekommen habe. Als Fazit führt er an, dass nun „kein Mannschaftsfahrzeug für die Feuerwehr und keine mobile Bühne für die Theatergruppe, die bald proben muss“ angeschafft werden könnten, weil der Gemeinderatsbeschluss dafür fehle. Vizebürgermeisterin Tanja Illedits entgegnet indes: „Ich gehe davon aus, dass alles rechtzeitig bestellt wird, weil sich der Herr Bürgermeister Strobl das auch im Nachhinein absegnen lassen kann. Ich lasse mir nicht umhängen, dass wir schuld sind.“ Für den Budgetvoranschlag muss es nun einen neuen Sitzungs-Termin geben. 

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