Er gilt als der große Favorit als „Bester Regisseur“. Und ein Gewinn am Sonntag wäre Balsam auf die Seele von Paul Thomas Anderson, der damit endlich sein historisches „Oscar-Verlierer“-Image ausradieren könnte. Der 55-Jährige steht in den Annalen der Academy Awards als der Filmemacher mit den meisten Nominierungen ohne einen einzigen Sieg.
Insgesamt wurde er 11-mal nominiert, davon je dreimal als Regisseur und als Produzent für „There Will Be Blood“, „Der seidene Faden“ und „Licorice Pizza“. Zudem verlor er noch fünfmal in der „Bestes Drehbuch“-Kategorie. Bei einem Sieg von Anderson würde der Regisseur und Produzent Stanley Kramer („High Noon“) mit neun Nominierungen ohne einen Gewinn alter und neuer Rekordhalter werden.
Albtraumbilanz bei den Oscars
Auch einige bekannte Namen, die vor der Kamera stehen, haben eine echte Alptraumbilanz bei den Oscars vorweisen. Hier die Liste der größten Academy-Awards-Loser der Schauspielbranche:
Bradley Cooper (12 Nominierungen – 0 Oscars): Seine Nominierungen verteilen sich auf mehrere Kategorien. Als Schauspieler wurde er viermal als „Bester Hauptdarsteller“ nominiert – für „Silver Linings Playbook“, „American Sniper“, „A Star Is Born“ und „Maestro“, sowie einmal als „Bester Nebendarsteller“ für „American Hustle“. Überdies wurden fünf von Cooper produzierte Streifen – „American Sniper“, „A Star Is Born“, „Joker“, „Nightmare Alley“ und „Maestro“ – als „Bester Film nominiert. Zudem verlor der 51-Jährige Drehbuch-Oscars für „A Star Is Born“ und „Maestro“.
Glenn Close (8 Nominierungen, 0 Siege): Ihre ersten drei Nominierungen erhielt die 78-Jährige als Nebendarstellerin für „Garp und wie er die Welt sah“, „Der große Frust“ und „Der Unbeugsame“. Später folgten vier Nominierungen als „Beste Hauptdarstellerin“ – für „Eine verhängnisvolle Affäre“, „Gefährliche Liebschaften“, „Albert Nobbs“ und „Die Frau des Nobelpreisträgers“. Ihre letzte erfolglose Oscar-Nominierung bekam sie 2021 als Nebendarstellerin in „Hillbilly Elegy“.
Peter O’Toole (8 Nominierungen, 0 Siege): Die 2013 verstorbenen englische Schauspiellegende wurde achtmal als „Bester Hauptdarsteller“ nominiert: für „Lawrence von Arabien“, „Becket“, „Der Löwe im Winter“, „Goodbye, Mr. Chips“, „Die herrschende Klasse“, „Der Stuntman“, „Mein Lieblingsjahr“ und „Venus“. Zum Trost bekam er 2003 einen Ehrenoscar (Honorary Academy Award) für sein Lebenswerk überreicht.
Richard Burton (7 Nominierungen, 0 Siege): Der 1984 verstorbene Waliser bekam seine erste Nominierung 1953 als „Bester Nebendarsteller“ für „Meine Cousine Rachel“. Danach folgten sechs Nominierungen als „Bester Hauptdarsteller” – für „Das Gewand“, „Becket“, „Der Spion, der aus der Kälte kam“, „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, „Königin für tausend Tage“ und „Equus – Blinde Pferde“.
Amy Adams, Thelma Ritter und Deborah Kerr (6 Nominierungen, 0 Gewinne). Adams verlor fünfmal in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ – für „Junebug“, „Glaubensfrage“, „The Fighter“, „The Master“ und „Vice – Der zweite Mann“ – sowie einmal als „Beste Hauptdarstellerin“ für „American Hustle“.
Ritter (1902-1969) wurde unter anderem viermal in Folge ab 1951 als „Beste Nebendarstellerin“ nominiert – für „Alles über Eva“, „Das Mädchen aus der Unterwelt“, „Mit einem Lied im Herzen“ und „An der Zollgrenze“. Zwei weitere Nominierungen folgten für „Bettgeflüster“ und „Der Gefangene von Alcatraz“.
Kerr erhielt in den 50er Jahren fünf Nominierungen als „Beste Hauptdarstellerin“: Für „Edward, mein Sohn“, „Verdammt in alle Ewigkeit“, „Der König und ich“, „Gott weiß, Mr. Allison“ und „Getrennte Tische“. Ihre sechste und letzte Nominierung folgte für „Sommer der Erwartung“. 1994 wurde sie schließlich mit einem Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
Außerhalb der Schauspiel-Kategorien gibt es eine noch viel längere Durststrecke.
Der Tonmischer Greg P. Russell hält den Rekord für die meisten Oscar-Nominierungen ohne einen einzigen Sieg mit 16. Diane Warren könnte in diesem Jahr mit ihm gleichziehen. Die Filmmusik-Komponistin ist nach 15 Niederlagen am Sonntag zum 16. Mal in der Kategorie „Bester Originalsong“ nominiert – für „The Journey“ aus dem Film „The Six Triple Eight“.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.