Italiens Regierung prüft eine Rückkehr zur Atomenergie und begründet das mit einer steigenden Energienachfrage - beispielsweise seitens der Industrie und für Mobilität. Nuklearenergie könne zur Stabilität der Stromnetze und Versorgungssicherheit beitragen, sagte Italiens zuständiger Minister Gilberto Pichetto Fratin.
Man habe deshalb beschlossen, sich der internationalen Verpflichtung anzuschließen, die globale Nuklearkapazität bis 2050 zu verdreifachen. Diese Initiative wurde 2023 beim Klimagipfel COP28 in Dubai von mehr als 20 Staaten unterzeichnet. Italien soll eine „verantwortungsvolle, moderne und transparente Nuklearstrategie“ bekommen, sagte Fratin. Erstmals sei ein solches Szenario in den nationalen Energie- und Klimaplan aufgenommen worden. Demnach könne bis 2050 eine Leistung von acht bis 16 Gigawatt entstehen, was elf bis 22 Prozent des Strombedarfs decken sollte.
Technologisch will das Land laut dem Energieminister vor allem auf kleine modulare Reaktoren der dritten Generation sowie auf Reaktortechnologien der vierten Generation setzen, insbesondere auf bleigekühlte schnelle Reaktoren.
Bau neuer Anlagen beschlossen
Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat vor rund einem Jahr einen Gesetzesentwurf beschlossen, auf den zahlreiche Verordnungen für Regelungen zum Bau neuer Atomanlagen folgen sollen. Dieser Prozess soll bis 2027 abgeschlossen sein. Die Regierung hat sich einen Anteil der Atomenergie von elf Prozent im Energiemix vorgenommen. Erste Kleinreaktoren könnten um 2030 in Betrieb gehen. Derzeit betreibt der staatlich kontrollierte Versorger Enel AKW in Spanien.
1987 hatten sich die Menschen in Italien in einem Referendum für den Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen. Die letzten Kraftwerke wurden 1990 stillgelegt. Bereits 2009 kündigte dann der damalige Regierungschef Silvio Berlusconi an, wieder in die Kernkraft einsteigen zu wollen. Nach der Katastrophe von Fukushima in Japan (2011) legte er das Vorhaben auf Eis. 2011 sprachen sich abermals Befragte in einem Referendum gegen den Bau neuer Atomkraftwerke aus – und zwar 94,5 Prozent.
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