Der entschiedene Trump-Gegner Zohran Mamdani ist in New York als neuer Bürgermeister vereidigt worden. Der linksgerichtete Demokrat und gläubige Muslim legte am Dienstag in einer stillgelegten U-Bahn-Station unter dem Rathaus seinen Amtseid ab.
„Das ist wahrlich eine Ehre und ein Privileg, wie es sie nur einmal im Leben gibt“, sagte Mamdani in einer kurzen Ansprache. Den Amtseid nahm Generalstaatsanwältin Letitia James ab. Mamdani legte dabei die Hand auf einen Koran. Er ist der erste muslimische Bürgermeister der größten Stadt der USA.
Der 34-Jährige wollte mit dem Eid in der U-Bahn-Station nach Angaben seines Büros seine Verbundenheit mit der arbeitenden Bevölkerung demonstrieren. Die Haltestelle wurde 1945 stillgelegt und ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich. In seinen ersten Worten als Bürgermeister kündigte Mamdani zugleich die Ernennung eines neuen Verkehrsbeauftragten an.
In Uganda geboren
Der 34-jährige Mamdani beginnt damit seine vierjährige Amtszeit als jüngster Bürgermeister der Stadt seit Generationen. Geboren 1991 in Uganda als Sohn indischstämmiger Eltern, zog er im Alter von sieben Jahren mit seiner Familie nach New York, US-Staatsbürger wurde er erst 2018. Politisch engagierte er sich zunächst als Aktivist, bevor er 2021 für einen Wahlkreis im New Yorker Stadtteil Queens ins Parlament des US-Staats New York einzog. Dort profilierte er sich als Vertreter des linken Parteiflügels der Demokraten.
Zentrales Thema seines überraschend deutlichen Wahlsiegs Anfang November war die Bezahlbarkeit des Lebens in einer der teuersten Städte der Welt. Mamdani versprach unter anderem kostenlose Kinderbetreuung, kostenlose Busse und einen Mietstopp für rund eine Million Haushalte – finanziert durch höhere Steuern für Wohlhabende und Unternehmen. Kritiker warnen vor möglichen wirtschaftlichen Folgen, Befürworter sehen in Mamdanis Kurs eine Antwort auf wachsende soziale Ungleichheit.
Konfliktpotenzial mit Washington
New York City ist in den Vereinigten Staaten und weltweit ein kulturelles sowie finanzwirtschaftliches Zentrum. In den USA hat die Metropole mit mehr als acht Millionen Einwohnern auch politisch eine größere Bedeutung als andere Städte.
Immer wieder dürfte sich daher der Blick auch auf das Verhältnis zum republikanischen US-Präsidenten Donald Trump richten. Trump hatte Mamdani im Wahlkampf mehrfach scharf attackiert und New York mit dem Entzug von Bundesmitteln gedroht – eine ernste Drohung für eine der größten kommunalen Verwaltungen und Arbeitgeber der USA mit Hunderttausenden Beschäftigten und einem Milliardenbudget. Mamdani wiederum hatte den Präsidenten wiederholt als Faschisten und Gefahr für die Demokratie bezeichnet.
Nach einem Treffen im Weißen Haus klangen zuletzt versöhnlichere Töne an. Mamdani sagte, Zusammenarbeit sei möglich, politische Differenzen wolle er zum Wohl der New Yorker beiseitelegen. Trump sprach von einem produktiven Treffen und lobte Mamdanis Pläne für die Stadt. Spannungen gelten insbesondere in der Migrationspolitik jedoch weiterhin als wahrscheinlich.
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