Trotz aller Warnungen: In Tirol gab es am Samstagvormittag schon erste Lawinenalarme! In Serfaus (Bezirk Landeck) wurde ein Wintersportler im freien Gelände von Schneemassen verschüttet und inzwischen lebend geborgen. Auch in der Wattener Lizum (Bezirk Innsbruck-Land) gab es bereits Lawinenalarm. In Tirol herrscht am Wochenende verbreitet Gefahrenstufe 4. Das Bundesheer steht im Assistenzeinsatz.
Den ersten Lawinenalarm am Samstag in Tirol gab es um 10.23 Uhr: Die Leitstelle Tirol meldete einen Lawinenabgang in Serfaus. Dieser ereignete sich im Bereich Hintergreitbach im freien Gelände bei der zweiten Sektion der Komperdellbahn. Offenbar direkt im Bereich der Lifttrasse.
Verschütteter geborgen, Zustand kritisch
Ein Wintersportler wurde verschüttet. Die Bergrettungen Serfaus und Fiss wurden alarmiert – ebenso der Notarzthubschrauber Christophorus 5 und der Polizeihelikopter Libelle Tirol. „Nach der Meldung eines Gastes wurde die Suche umgehend eingeleitet, da ein Verschütteter vermutet wurde“, hieß es vonseiten der Bergbahnen. Gegen 10.45 Uhr konnte der männliche Skifahrer gefunden und lebend geborgen werden.
Gegen 10.45 Uhr konnte der männliche Skifahrer gefunden und lebend geborgen werden.
Ein Sprecher Seilbahn Komperdell
Laut „Krone“-Informationen befinde sich das Opfer in kritischem Zustand, der Mann war rund eine halbe Stunde voll verschüttet in den Schneemassen. Er wurde mit dem Notarzthubschrauber in die Innsbrucker Klinik geflogen.
Weiterer Alarm, widrige Wetterbedingungen
Kurz darauf schon der nächste Alarm – diesmal in der Wattener Lizum im Bereich des sogenannten Hillary Kreuzes in den Tuxer Alpen. Die Lage war lange Zeit unklar. Die Crew des Notarzthelikopters Alpin 5 versuchte, aus der Luft die Situation zu klären. „Allerdings sind die Sichtverhältnisse, ebenso wie in Serfaus, aufgrund der Witterungsbedingungen schlecht“, hieß es von der Leitstelle. Inzwischen konnte der Einsatz abgebrochen werden. Laut Leitstelle Tirol handelte es sich um eine sogenannte Negativlawine ohne Personenbeteiligung.
Eindringliche Warnung an alle Wintersportler
Auch heute, Samstag, könnte in Tirol – so wie am Freitag – eine wahre Lawinenserie drohen. Die Lage im ganzen Land ist weiter kritisch – verbreitet herrscht Gefahrenstufe 4 von 5. Am Vormittag mahnte der Lawinenwarndienst nochmals eindringlich vor der aktuellen Situation.
Wintersportler könnten sehr leicht Lawinen auslösen. Die Gefahrenstellen seien zahlreich, sogar unterhalb der Waldgrenze. Es seien weiterhin Schneebretter zu erwarten, die wie am Freitag in St. Anton am Arlberg sehr vereinzelt sehr groß werden können. Mit dem Regen steige die Auslösebereitschaft von spontanen Lawinen markant an.
Bundesheer im Lawinen-Assistenzeinsatz
Fünf Menschen kamen am Freitag auf den Bergen in Westösterreich bei Lawinenabgängen ums Leben – vier Tote gab es allein in Tirol, einen in Vorarlberg. Nach Anforderung der Landeswarnzentrale Tirol steht das Bundesheer am Samstag in Tirol im Lawinen-Assistenzeinsatz.
Der Einsatz sei derzeit für Samstag bis 18 Uhr geplant, teilte das Verteidigungsministerium mit. Vorgesehen seien Erkundungsflüge zur Lagebeurteilung sowie Personentransporte der Bergrettung, die in weiterer Folge Lawinensprengungen und Windenbergungen durchführen soll.
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