Mutter plant Stiftung

Falsch gekühltes Spenderherz: Bub nun gestorben

Ausland
21.02.2026 10:24
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der zweieinhalb Jahre alte Domenico ist in Italien nach der misslungenen Transplantation des „gefrorenen“ Spenderherzens nun gestorben. Auf der Intensivstation hatte sich sein Zustand Samstagfrüh „irreversibel“ verschlechtert. Der Fall schlägt hohe Wellen, da das Spenderherz beim Transport durch falsche Kühlung massiv beschädigt und dann trotzdem eingesetzt worden war.

Es ist ein Fall, der in Italien seit Wochen für Schlagzeilen sorgt: Für den zweieinhalb Jahre alten Domenico, der mit einem Herzfehler zur Welt kam, war kurz vor Weihnachten nach langer Wartezeit endlich ein Spenderherz gefunden worden. Beim Transport von Bozen in das 800 Kilometer entfernte Neapel wurde allerdings ein gravierender Fehler gemacht:

Das Spenderherz wurde beim Transport nicht wie üblich in herkömmlichem Eis gekühlt, sondern in deutlich kälterem Trockeneis bei Temperaturen von etwa minus 78 Grad gelagert. Als es im Krankenhaus „Monaldi“ in Neapel ankam, war es dadurch „buchstäblich erfroren“.

Das schwerbeschädigte Organ wurde dem Kind dennoch transplantiert. Nachdem der Fall öffentlich bekannt geworden war, stellte man sich die Frage, warum der betreffende Plan nicht rechtzeitig gestoppt oder rückgängig gemacht wurde. Offenbar, weil das eigene Herz des Zweijährigen bereits herausgenommen war, wie der Anwalt der Eltern bekanntgab. Zwei Ärzte des Krankenhauses wurden daraufhin von Operationen suspendiert und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Seitdem lag der Bub auf der Intensivstation des Krankenhauses in Neapel und wurde künstlich am Leben gehalten.

Der kleine Domenico (2), der mit Herzfehler zur Welt kam, ist nun aufgrund „plötzlicher ...
Der kleine Domenico (2), der mit Herzfehler zur Welt kam, ist nun aufgrund „plötzlicher Verschlechterung seines Zustands“ verstorben.(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

Plötzliche Verschlimmerung
Am Samstagfrüh verstarb der Bub, der seit 23. Dezember im Koma lag, nun „infolge einer plötzlichen und irreversiblen Verschlechterung seines klinischen Zustands“. Ein Ärzteteam hatte am Mittwoch entschieden, dass eine weitere Operation zur möglichen Transplantation eines neuen Herzens zwecklos sei - auch, weil andere Organe wie die Nieren inzwischen nicht mehr richtig funktionierten.

Die Eltern des Kindes haben vor Ort Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft Neapel ermittelt wegen Verdachts auf schwerste fahrlässige Körperverletzung gegen sechs Personen, die zum Transplantationsteam gehörten. Der Fokus der Ermittler liegt auf dem Trockeneis, auf das das Spenderorgan gebettet worden sei und das es beschädigt habe. Sie prüfen, woher das Eis stammte, wer es bereitgestellt hat und vor allem, wer die Entscheidung traf, es anstelle von herkömmlichem Eis zu benutzen.

Stiftung im Namen von Domenico
Die Mutter des Kindes, die bis zur Abschaltung der Geräte bei ihrem Kind geblieben war, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur „Ansa“, dass sie am Montag eine Stiftung im Namen von Domenico gründen werde. Ihr Anwalt werde sich darum kümmern. „Ich möchte das tun, damit Domenico nicht vergessen wird und um anderen Kindern zu helfen“, fügte die Mutter hinzu. Nachdem sich die Nachricht von Domenicos Tod verbreitet hatte, brachten Menschen Blumen zum Krankenhaus.

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