Wegen übergroßen Erfolgs als Schulstadtrat in Wien wurde Christoph Wiederkehr von den NEOS bekanntlich vor Jahr und Tag zum Bildungsminister bestellt. In dieser Funktion ist er nun auch für Österreichs Schulen zuständig. Und tatsächlich versucht er unermüdlich, diese zu Tode zu reformieren. Zuletzt mit dem Vorschlag, die Dauer der Volksschule von vier auf sechs Jahre zu erhöhen.
EINERSEITS lässt man uns nun wissen, dass die Grundschule auch in anderen europäischen Ländern länger als vier Jahre dauere.
ANDERERSEITS ist das zweifellos ein Anschlag auf das traditionelle Gymnasium, wie wir es hierzulande seit Generationen kennen. Und dazu passt natürlich auch Wiederkehrs Plan, den Lateinunterricht zu kürzen oder abzuschaffen und stattdessen künstliche Intelligenz, Demokratie und Sozialverhalten als Unterrichtsfächer einzuführen.
Das, was der Minister und seine NEOS-Freunde als Modernisierung von Schule und Lehrplänen verkaufen wollen, ist in Wahrheit die endgültige Absage an die Reste von humanistischer und klassischer Bildung, die wir noch haben. Und ein Unterrichtsfach Demokratie erinnert verdächtig an die Indoktrinierung, wie sie in den kommunistischen Staaten unseligen Angedenkens geübt wurde.
Wo Wiederkehr aber gewiss recht hat: Für tendenzielle Analphabeten, die nur mehr mittels KI arbeiten, wären sechs Jahre Volksschule absolut genug. Wer für seine Kinder noch Bildung will, schickt sie ohnedies in Privatschulen.
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