Noch proben sie, Köpfe rauchen, Schweiß rinnt; am 16. Jänner soll zur Premiere des Stadtgerüchtes 2026 Politik und Alltag lachtränentreibend verhandelt werden. Über die wahre Bedeutung von Restkarten und was sich die Schöffen erwarten dürfen...
„Wenn die ,Stille Zeit‘ vorbei ist, dann wird es auch wieder ruhiger“, sagte der Komiker Karl Valentin. Das trifft jedoch nicht auf die Stadtrichter zu, denn die tauchen nach Weihnachten stets in die intensive Phase ein: Proben, Proben, Proben.
Die Ideenfindung ist längst abgeschlossen, Nummern wurden geschrieben, umgeschrieben, gekürzt und optimiert. Nun gilt es, jede Pointe auf den Punkt zu bringen – mit Worten, Mimik und Gestik.
„Kurz und knackig“
Derzeit wird Nummer für Nummer im Probenraum am Messegelände einstudiert. „Wir proben mehr als 20 Nummern. Und die Sitzung wird kurz und knackig“, verspricht Spielleiter Harald Janesch. „Es gibt Musik – beispielsweise in einer Schlagernummer und einer Oper -, Politik und Alltagsgeschichten.“ Details werden noch nicht verraten, aber einige Fans können aufatmen und sich in Vorfreude baden: Der Birgamasta von Rosntol, Willi Noll, gibt wieder einen Einblick in seine Politik und sein Leben.
Die verblüffende Zaubershow von Hans Repnig und Adi Rasperger wird auch bei diesem Stadtgerücht für Lacher sorgen. Und die Suetschach Harmonists unterbrechen wieder einmal ihre Welttournee, um die Klagenfurter Messearena zum Beben zu bringen. Der Scharfrichter, verkörpert von Harald Janesch, dürfte ob der Vorkommnisse im Jahr 2025 besonders scharf werden. Und auch, wenn die Realität manchmal von der Satire nicht mehr übertroffen werden kann: „Der Stadtsenat“ über die Politik in Klagenfurt steht 2026 wieder auf dem Programm.
Neben den bewährten und beliebten Stadtrichtern werden auch neue Gesichter auf der Bühne zu sehen sein. Ihre erste Bewährung ist für angehende Stadtrichter stets der Running Gag.
Nur noch für einige wenige der neun Sitzungen gibt es Restkarten; Restkarten hat in dem Fall wirklich seine Bedeutung.
Stadtrichter Hans Repnig
Am Faschingsdienstag im Jahr 1963 hatte Hubert Struger in Klagenfurt eine Initiative gegen die Fadesse ins Leben gerufen. „Die fröhlichen Stadtrichter“ wurden am 2. März 1964 gegründet. Jahrelang wurde ein Faschingsumzug organisiert, seit 1972 tagt das heute noch so beliebte – bei Politikern vielleicht auch gefürchtete – Stadtgerücht.
In Klagenfurt gab es bereits im 14. Jahrhundert Stadtrichter, die waren jedoch nicht unbedingt unterhaltsam. Sie waren oberste Verwaltungsbeamte und Richter, bestätigten Haus- und Grundstücksverkäufe, sprachen nach Diebstahl, Raub und Mord Urteile.
Premiere feiert das Klagenfurter Stadtgerücht 2026 am Freitag, 16. Jänner; in der Messearena in Klagenfurt sind bis 14. Februar weitere acht Verhandlungen anberaumt – noch Vorladungen zu bekommen, ist allerdings ein Glücksspiel...
Restkarten-Verkauf bei Gruber Reisen, Walther-von-der-Vogelweide-Platz 3 in Klagenfurt.
Die Stadtrichter im Mittelalter wurden von den Bürgern gewählt, die Stadtrichter heute werden ebenfalls gewählt: Wer Talent für die Bühne und für die Organisation mitbringt, muss dies beweisen – als Gast, als Proband und danach als Aspirant. Wird im Verein stets für ihn gestimmt, kann er bleiben und trägt das Ornat.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.