27.02.2014 12:06 |

"Castlevania"

Draculas Rückkehr ins Reich der Untoten

Knoblauch, Kruzifixe und andere Hausmittelchen gegen Vampire haben nichts genützt: Der ohnehin schon immer untote Dracula ist in Konamis "Castlevania: Lords of Shadow 2" ins Reich der Untoten zurückgekehrt. Zwar noch etwas schwach auf den Beinen, sieht er sich in der Fortsetzung zum 2010 erschienenen Vorgänger mit einem noch viel böseren Übel konfrontiert.

Die Geschichte zu "Castlevania: Lords of Shadow 2" ist im Prinzip schnell erklärt, wird – damit es auch all jene verstehen, die den Vorgänger nicht gespielt haben und weniger vertraut mit den Verstrickungen zwischen Dracula und dem Belmont-Clan sind - anfangs jedoch recht episch in Form von zahlreichen Cutscenes vor dem Spieler ausgebreitet.

Die Kurzfassung: Satan plant seine Rückkehr auf die Erde, was für den inzwischen recht blutleeren Dracula das Ende seiner Vorherrschaft bedeuten würde. Nicht willens, künftig nur mehr die zweite Geige im Orchester des Bösen zu spielen, macht sich der Blutsauger deshalb daran, jene Diener ausfindig zu machen und zu vernichten, die die Rückkehr des Gehörnten auf die Erde vorbereiten.

Alt trifft neu
Da Dracula alias Gabriel Belmont nach einem mehrere Jahrhunderte überdauernden Schlaf allerdings noch etwas blass um die Nase ist, muss er zunächst einmal wieder zu Kräften kommen. Die Geschichte springt dabei immer wieder zwischen der Gegenwart bzw. Zukunft und Draculas Vergangenheit hin und her, woraus sich ein optisch durchaus interessanter Mix ergibt: hier die alten Mauern seines ehrwürdigen Schlosses, dort futuristische Fabrikhallen mit einer Art Kampfrobotern.

Das kann man mögen, muss man aber nicht. Technisch sind beide "Bühnebilder", egal ob alt oder neu, ansehnlich in Szene gesetzt, wenngleich Draculas Schloss mit seinem gothischen Dekor, den großen Lustern, hohen Türen und verwinkelten Gängen natürlich ungleich charmanter und prächtiger ist. Auch so manche mittelalterliche Monstrosität wusste uns besser zu gefallen als ihr Gegenstück in der Moderne. Maschinengewehre und "Castlevania" – das passt für uns einfach nicht so recht zusammen.

Kampf- und Klettereinlagen
Spielerisch kann der Titel dennoch überzeugen – zumindest zumeist. Wie bereits im Vorgänger wird das Geschehen aus der Third-Person-Perspektive verfolgt, was bei den diversen - "Prince of Persia" oder "Assassin's Creed" nicht unähnlichen - Kletter- und Sprungeinlagen sowie in engen Räumen schon mal kurzfristig zu Problemen mit der Kamera führen kann. Zudem geht der Überblick schneller verloren.

Das Kernelement des Spiels stellen aber nach wie vor die vielen kleineren und größeren Kämpfe dar, in denen der Fürst der Finsternis vernichtenden Kombos aus unterschiedlichen Angriffe zusammenknüpfen darf, von denen die meisten jedoch im Eintausch gegen erlangte Erfahrungspunkte erst freigeschaltet werden müssen.

Aufrüstbare Waffen und Zauber
Zur Auswahl stehen als Waffen neben der Allround-Peitsche ein Paar langsame, aber insbesondere im Einsatz gegen Schilde und Panzerungen sehr wirkungsvolle Klauen, sowie ein schnelles Schwert, das zwar nicht viel Schaden anrichtet, dafür mit jedem Treffer jedoch Gesundheit regeneriert.

Darüber hinaus kann Dracula im Verlauf des Spiels auf mehrere vampirische Fähigkeiten zurückgreifen, darunter ein Fledermausschwarm, um Gegner abzulenken, oder ein Eis-Schuss, der Feinde verlangsamt und Wasser gefrieren lässt. So lassen sich dann zum Beispiel durch Eisklettern über zugefrorene Wasserfälle höhere Ebenen erreichen.

Als Vampir-Ratte durch den Lüftungsschacht
Ebenfalls möglich ist es dem Blutsauger, sich in eine Ratte zu verwandeln, die dann etwa durch Lüftungsschächte flitzt und durch das Anknabbern von Kabeln Türen kurzschließt. Szenen wie diese sind Teil eines für die Serie bislang eher untypischen Stealth-Elements, das mit "Lords of Shadow 2" Einzug hält. Auch hier gilt: Das kann man mögen, muss man aber nicht. Denn auf der einen Seite tragen die Schleich-Einlagen zur Abwechslung bei, auf der anderen Seite bremsen sie den ansonsten eher von Action geprägten Spielfluss.

Gestört hat uns an den Stealth-Passagen jedoch vielmehr, dass der ansonsten so starke Dracula plötzlich auf leisen Sohlen schleichen muss, weil er bei einer Konfrontation mit dem Gegner sonst den Kürzeren ziehen würde. Das passt einfach nicht ins Gesamtbild.

Auch ist die Mechanik hinter den Stealth-Passagen wenig akkurat. Ein Problem, mit dem Dracula bzw. sein Spieler allerdings auch in so manchem Boss-Fight zu kämpfen hat. Immer wieder passierte es uns im Test, dass wir zwar wie wild auf das richtige Knöpfchen drückten, offenbar aber wenige Millimeter entfernt von der dafür vorgesehenen Stelle, was die ohnehin schon anstrengenden Kämpfe unnötig in die Länge zog.

Fazit: "Castlevania: Lords of Shadow 2" bringt das Blut zwar nicht zum Kochen, ist aber auch kein Pflock in das Herz der Serie. Sprich: Es fehlt dem Spiel nicht an guten und imposanten Momenten (allen voran die Boss-Fights), vieles wurde jedoch nicht konsequent zu Ende gedacht oder nicht ganz sauber umgesetzt. Manche Fans werden mit Stealth-Einlagen garnierten Mix aus Alt und Neu mögen, andere nicht. Zumindest anspielen sollte man "Castlevania: Lords of Shadow 2" deshalb.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, PC
Publisher: Konami
krone.at-Wertung: 7/10

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