Schutz immer wichtiger

Rufe nach Sky Shield werden auch bei uns lauter

Innenpolitik
08.03.2026 06:45

Während im Nahen Osten Raketen aufsteigen und die Lage rund um den Iran gefährlich eskaliert, wächst auch in Europa das Bewusstsein für eine unbequeme Wahrheit: Sicherheit beginnt längst nicht mehr nur an den Grenzen – sondern direkt über unseren Köpfen.

Die Bilder aus dem Iran zeigen, wie rasch Konflikte eskalieren können. Drohnen, Marschflugkörper und ballistische Raketen prägen die moderne Kriegsführung. Der Krieg aus der Distanz ist Realität geworden – mit Bedrohungen, die in wenigen Minuten Tausende Kilometer überwinden können. Auch Europa blickt deshalb genauer nach oben. Und damit rückt ein Projekt stärker in den Fokus der sicherheitspolitischen Debatte: die europäische Beschaffungsinitiative Sky Shield.

„Wir brauchen Sky Shield wie die Luft zum Atmen“
Für Verteidigungsministerin Klaudia Tanner ist klar: „Gerade jetzt zeigt sich, dass Investitionen im Luftbereich ein richtiger Schritt waren und sind. Klar ist: Wir brauchen den Raketenschutzschirm Sky Shield dringend, um unseren Luftraum absichern zu können.“ Die Initiative sei zur richtigen Zeit gekommen, sagt Tanner – und Österreichs Beteiligung daran ebenso. „Wir brauchen Sky Shield wie die Luft zum Atmen. Unsere Luftraumverteidigung ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit.“

Sky Shield ist bekanntlich als mehrschichtiges Abwehrsystem gegen Bedrohungen aus der Luft konzipiert. Verschiedene Systeme greifen dabei ineinander und können Raketen oder Drohnen in unterschiedlichen Entfernungen abfangen.

Iran-Konflikt: ÖVP-Verteidigungsministerin Klaudia Tanner erneuert ihre Forderung nach dem ...
Iran-Konflikt: ÖVP-Verteidigungsministerin Klaudia Tanner erneuert ihre Forderung nach dem Sky-Shield-Programm.(Bild: APA/MAX SLOVENCIK)

Schutzschirm über Österreich geplant
Geplante Standorte in Österreich sind Salzburg, der Fliegerhorst Hinterstoisser Zeltweg sowie Fliegerhorst Brumowski Langenlebarn, wo auch ein Ausbildungselement entstehen soll. Vorgesehen sind Systeme für kurze Reichweiten bis etwa 15 Kilometer sowie zusätzliche Systeme mittlerer Reichweite. Insgesamt sind dafür im Aufbauplan des Bundesheeres rund 2,5 Milliarden Euro vorgesehen. Ziel des Verteidigungsministeriums sei eine volle Einsatzbereitschaft bis 2032.

Die Eskalationen im Nahen Osten zeigen, wie rasch sich Konflikte global auswirken können. Selbst Urlaubsdestinationen wie Dubai oder Abu Dhabi geraten zunehmend ins geopolitische Spannungsfeld. „Österreich wird sich nicht in internationale Konflikte involvieren. Wir nehmen unsere Neutralität sehr ernst – sie gehört zu den Eckpfeilern unseres Landes und unserer Souveränität“, betont Tanner. Doch Neutralität bedeute auch, sich verteidigen zu können.

Die gemeinsame europäische Beschaffung solle Kosten senken und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Systeme miteinander kompatibel sind. „Sky Shield ist das Synonym für eine starke Luftraumverteidigung, die wir brauchen, um Österreichs Freiheit, Neutralität und Demokratie zu schützen.“ Während im Iran Raketen aufsteigen, wird somit auch über Österreichs Himmel neu nachgedacht.

Vertrag bis Ende des Jahres?
Denn eines zeige die Weltlage derzeit deutlich: Wer seine Neutralität bewahren will, muss sie auch verteidigen können. Laut dem Verteidigungsministerium sei geplant, noch Ende dieses Jahres den Vertrag für die Abwehrsysteme bis zu 50 Kilometern zu unterschreiben.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt