24.11.2005 14:04 |

Zieh, Schurke!

Für echte Cowboys: "Gun"

Colton White ist ein harter, ein echter Kerl mit rauer Stimme, einem lässigen Dreitagesbart, einem locker sitzenden Colt und einem Ruf der seine Gegner erzittern lässt. Er ist einer der, wenn nicht der Schnellste im ganzen Westen.

Bevor es aber soweit ist und er zu einem der gefürchtetsten Revolverhelden aufsteigt, gilt es zuallererst, die wichtigsten Grundlagen zu erlernen. Wer eignet sich da besser als sein Vater, der ihm die essentiellen Dinge des Lebens, wie etwa den fachgerechten Waffengebrauch, beibringt.

Dieser Teil dient als Tutorial, welches einem die eingängige Steuerung schnell näher bringt. Danach ist es mit dem leichten Leben auch schon wieder vorbei, denn der Dampfer auf dem sich Colton mit seinem Vater befindet wird überfallen. Es entbrennt ein heftiges Feuergefecht mit den Banditen, wobei die „Schnellzieh“-Funktion hier gute Dienste leistet. Hierbei wird das Spiel verlangsamt und der Bullet-Time Effekt, bekannt durch Matrix, eingesetzt. Doch trotz der beherzten Gegenwehr wird Coltons Vater tödlich getroffen. Dieser gesteht ihm, in den letzten Atemzügen liegend, dass er gar nicht sein richtiger Vater ist und er nach Dodge City reisen soll um dort eine gewisse Jenny zu treffen.

Fortan hat Colton White nur ein Ziel: Rache! In Dodge City angekommen, bieten sich einem Mann wie White viele Möglichkeiten. So kann er auf Verbrecherjagd gehen und die Gesetzlosen auf den „Wanted dead or alive“-Steckbriefen zur Strecke bringen, sich ein gutes Blatt beim Poker sichern, mit dem Pony Express Gegenstände innerhalb eines Zeitlimits zustellen, als Hilfssheriff für Recht und Ordnung sorgen oder einen der anderen Aufträge annehmen.

Die Missionen dauern im Allgemeinen nie länger als 10 Minuten, machen anfangs eine Menge Spaß, werden aber auf Dauer doch etwas eintönig. Dabei helfen sie die Fähigkeiten von Colton zu verbessern, oder bringen Geld ein, mit dem er sich eine bessere Ausrüstung zulegen kann. Die eigentlichen Hauptmissionen, welche die Geschichte vorantreiben, sind so dann einfacher zu meistern.

Bis zum finalen Showdown ist es, ein zwar staubiger und steiniger, allerdings kein gar so langer Weg. Ein wenig mehr Spielzeit im rauen Westen wäre nicht schlecht gewesen.

Die Steuerung ist präzise und einfach zu erlernen. Weiters lobend zu erwähnen ist die hervorragend gelungene englische Sprachausgabe, sowie die passende musikalische Untermalung.

Die grafische Umsetzung hinterlässt einen eher zwiespältigen Eindruck. Einerseits sind die Städte Dodge City und Empire City liebvoll umgesetzt worden und die Animationen sehenswert, andererseits wirkt die Prärie doch eher lieblos umgesetzt. Da gab es schon schönere Grafiken zu sehen, allerdings treten dafür auch keine Probleme mit Ruckeln oder Flimmern auf.

Fazit
Entwickler Neversoft, eigentlich durch die Tony Hawk Serie bekannt, hat mit Gun ein GTA ähnliches Spiel im Western Ambiente auf alle verhinderten Cowboys losgelassen. Zwar ist es nicht so umfangreich und abwechslungsreich wie das große Vorbild, aber macht trotzdem jede Menge Spaß in dem eher unverbrauchten Szenario, Banditen auszuräuchern oder auf seinem treuen Pferd Richtung Sonnenuntergang zu galoppieren.

Systeme: Xbox (getestet), PS2, PC
Publisher: Activision
Wertung: 84%

Von Harald Kaplan

Donnerstag, 17. Juni 2021
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