14.10.2013 15:33 |

US-Sozialhilfe

Bedürftige bekamen wegen IT-Panne nichts zu essen

Eine IT-Panne beim Computerdienstleister Xerox hat am Wochenende in den USA dafür gesorgt, dass Zigtausende Sozialhilfeempfänger Hunger leiden mussten. Betroffen war ein System, das genutzt wird, um die Auszahlung von Sozialhilfe auf elektronische Karten abzuwickeln, welche Bedürftige wiederum zum Einkaufen nutzen. Weil das System den Dienst versagte, konnten Sozialhilfeempfänger ihren Wochenendeinkauf nicht bezahlen.

Die Zahl der Betroffenen dürfte in die Millionen gehen, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Das Grundproblem: In den USA wird ein großer Teil der Sozialhilfe elektronisch abgewickelt und auf Karten zur elektronischen Zahlung gutgeschrieben. Mit diesen Karten könnten arme US-Bürger dann beispielsweise im nächsten Supermarkt Lebensmittel kaufen – wenn die Karten funktionieren.

Sozialhilfe-Blackout in 17 Staaten
Und genau das war am vergangenen Wochenende in 17 US-Bundesstaaten nach einer Computerpanne bei Xerox nicht der Fall. Viele tausend Bedürftige konnten ihren Wochenendeinkauf nicht bezahlen, weil die elektronische Sozialhilfeverwaltung nicht funktionierte.

"Das ist ein echtes Problem. Es gibt hier eine Menge Familien, die ihren Kindern nichts zu essen geben können, weil das System gewartet wird", sagt Barbara Colman, eine Betroffene, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur. Sie plane, sich über die Panne zu beschweren. "Man will seine Kinder doch nicht wegen so einer Dummheit hungrig ins Bett schicken", so die Sozialhilfeempfängerin.

Hilfe gab es nur vereinzelt
Vereinzelt wurde versucht, die Panne zu umgehen, indem die Mitarbeiter der Supermärkte telefonisch bei der Koordinierungsstelle der Sozialversicherung nachfragten, wie viel Guthaben die Kunden auf ihren Karten hatten. Doch auch das funktionierte nicht, da die Mitarbeiter im Callcenter selbst nicht auf die benötigten Daten zugreifen konnten.

Zumindest im Bundesstaat Ohio reagierte das zuständige Ministerium relativ schnell und verfügte, dass die wichtigsten Supermärkte allen Inhabern der Gutscheinkarten ermöglichten, Lebensmittel um bis zu 50 Dollar auf Rechnung einzukaufen und diese Einkäufe dann nachträglich über die Sozialhilfe zu verrechnen.

Viele andere Betroffene hatten jedoch weniger Glück – im Bundesstaat Mississippi beispielsweise mussten viele Sozialhilfeempfänger ihren Wochenendeinkauf wegen der Panne im Supermarkt zurücklassen.

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