Landesrat unter Druck

Nach Kritik: Kornhäusl legt Leistungsbilanz vor

Steiermark
02.04.2025 17:00

Zuletzt stand der steirische Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl immer wieder in der Kritik. Jetzt geht er in die Offensive.

Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl legte am Mittwoch eine Art Leistungsbilanz seiner bisherigen Amtszeit vor. Nach der scharfen Kritik an der Einstellung von MedMobil samt brisanter Anfrage von Grünen-Chefin Sandra Krautwaschl und vermehrt aufkeimenden Gerüchten, um eine finanzielle Schieflage von Spitalsbetreiber Kages kam das wohl nicht ganz von ungefähr.

„Haben solides Budget aufgestellt“
Kornhäusl will die budgetären Herausforderungen, die ja nicht nur den Gesundheitsbereich treffen, nicht kleinreden. „Aber wir haben für die Kages mit 2,7 Milliarden Euro ein solides Budget aufgestellt – 1,6 Milliarden Euro davon gehen ins Personal.“ Der ÖVP-Politiker gibt zu, dass für das Budget „gewisse Rücklagen“ aufgelöst werden mussten. Eine Leistungsreduktion sei aber kein Thema.

Sonst sei jedenfalls viel gelungen, ist Kornhäusl überzeugt. Von der Reduktion von Wartezeiten bei Katarakt-Operationen (wir haben berichtet), über die Ausrollung des Projekts Teledermatologie, an dem sich 150 Ärzte landesweit beteiligen, bis zum Ausbau der Gesundheitszentren (aktuell hält man bei 20) und der Öffnung von 16 neuen Kassenstellen durch die ÖGK.

Auf der Grazer Uniklinik sind aktuell „nur“ 244 Betten gesperrt, der Personalmangel hat sich ...
Auf der Grazer Uniklinik sind aktuell „nur“ 244 Betten gesperrt, der Personalmangel hat sich auch hier etwas entspannt.(Bild: Wulf Scherbichler)

Ein Meilenstein ist für ihn mit der Entschärfung der Personalsituation geschafft, auch dank eines 130 Millionen Euro schweren Personalbündels durch das Land. Erstmals seit 2018 sind bei der Kages alle Turnusarztstellen besetzt. Mit Ausnahme des Universitätsklinikums in Graz gebe es auch im Pflegebereich überall sehr gute Besetzungsgrade. „Deswegen haben wir deutlich mehr Betten wieder aufsperren können.“ Auf der Grazer Uni-Klinik gibt es aktuell „nur“ 244 gesperrte Betten – im Vorjahr waren es noch über 300.

Für den Landesrat ist aber auch klar, dass es für eine große Lösung im Gesundheitsbereich „einen echten Masterplan für ganz Österreich“ brauche. Er will dafür demnächst bei der neuen Ministerin Korinna Schumann (SPÖ) vorsprechen.

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