31.10.2005 11:57 |

"Simplified"

Simply Red goes Latino-Flair

Simply Red haben mit „Simplified“ ein geniales Rezept kreiert um sich selbst zu covern: Rotschopf Mick Hucknall und Konsorten haben auf ihre alten Tage nocheinmal die Schulbank der lateinamerikanischen Rhythmen gedrückt und ihre Hits in kubanisches Klanggewand gekleidet. Das Ergebnis ist ein feuriges Album das sich sehen lassen kann...

Simplified ist wie ein Einkaufsbummel durch alle Abteilungen, die der Supermarkt der lateinamerikanischen Musik zu bieten hat. Die vollen Einkaufstüten nahm man mit ins Studio, hat sie dort in aller Pracht auf die Arbeitsfläche gestreut und zusammen mit den bisherigen musikalischen Errungenschaften ein abwechslungsreiches Menü gekocht.

Als Aperitif auf „Simplified“ kredenzt Simply Red die Single „Perfect Love“: Feine Gitarrennote umrahmt von milder Salsa-Würze; entfaltet sich mit feurigem Aroma zu einem Schallstoß relaxter Latino-Atmosphäre.

Die Vorspeise ist so brandneu wie altbekannt: Der Radio-Hit „Something got me started“ kommt frisch aufgequirlt zu einer exquisiten Percussion-Sauce, üppig garniert mit rhythmischen Finessen; der Mundschenk empfiehlt hier fürs perfekte Ambiente kubanischen Rum in kurzen, kühlen Dosen;

Der Hauptgang zergeht wahrlich im Gehörgang. Das kräftige „Fairground“ haben Simply Red zu einem sanften, harmonischen Potpourri aus zarter Melodie und geschmackvollen Chören zubereitet. Unbedingt vom Löffel ablecken und möglichst glücklich dreinschauen!

Gerührt, nicht geschüttelt! Cool, relaxt und mit gediegener Salon-Atmosphäre rundet „Sad old red“ das Album ab. Vorstellbar als Cognac-Dessert mit konsistentem Mousse-au-Chocolat, versteht es dieser jazzige Song, der hervorragend zu Mick Hucknalls stimmlicher Note passt, unser Dinner mit Simply Red gelungen abzuschließen.

Fazit: 8 von 10 Ohrenschmäusen auf silbernen Platten



Von Christoph Andert

Samstag, 19. September 2020
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