10.07.2013 11:48 |

Brite verurteilt

Auf Facebook mit Massaker gedroht - zwei Jahre Haft

"Ich töte mindestens 200 Leute in der Schule. Ich werde auf CNN sein!" Mit diesem und ähnlichen Facebook-Postings hat ein 24-jähriger Brite im US-amerikanischen Warren County für Chaos gesorgt. Wenige Wochen nach dem Schulmassaker von Newtown nahmen die US-Behörden seine Drohungen sehr ernst. 3.000 Schüler verpassten wegen der Postings den Unterricht. Ein britisches Gericht verurteilte den Täter Reece Elliott jetzt zu über zwei Jahren Haft.

Elliotts Drohungen seien das Resultat zügelloser Bosheit, so der Richter bei der Urteilsverkündung. Der 24-Jährige hatte sich unter falschem Namen auf Facebook Zugang zu einer Seite verschafft, die eigentlich als Andenken an eine 17-jährige Schülerin gedacht war, die wenige Monate zuvor bei einem Autounfall verunglückt war.

Die Seite sollte Trauernden eine Plattform bieten, um ihre Gefühle miteinander zu teilen. Elliott nutzte sie stattdessen, um menschenverachtende Drohungen zu verbreiten, berichtet die britische TV-Anstalt BBC.

"Ich töte mindestens 200 Leute"
Auf der Gedenkseite und auf der Facebook-Seite einer 15-jährigen Schülerin der Warren County Highschool ließ Elliott seiner Bosheit freien Lauf. "Mein Vater hat drei Waffen. Ich plane, ihn zuerst zu töten und auf den Müll zu werfen. Danach werfe ich den Motor an und komme schnell", verkündete Elliott im sozialen Netzwerk.

"Ich werde hoffentlich zumindest 200 töten, bevor ich mich selbst töte. Wenn ihr es dem Hilfssheriff erzählen wollt, ich bin unterwegs", so der eigentlich jenseits des Atlantiks sitzende Elliott auf den Facebook-Seiten. "Ich töte mindestens 200 Leute in der Schule. Ich werde auf CNN sein", wiederholte er seine Drohung sogar noch.

Schule nach Facebook-Drohungen gesperrt
Wenige Wochen nach dem Amoklauf an einer Volksschule im US-amerikanischen Newtown (siehe Infobox), bei dem 20 Kinder und sechs Erwachsene ums Leben kamen, war das zu viel für die US-Behörden. Nachdem sie von den Äußerungen auf Facebook erfahren hatten, sperrten sie die Schule ab.

3.000 Schüler verpassten wegen der geschmacklosen Postings des Briten den Unterricht. Es wurden Ermittlungen eingeleitet, die schon nach kurzer Zeit zum mehrfach vorbestraften 24-jährigen Reece Elliott in Großbritannien führten, wo die lokalen Behörden den Fall übernahmen.

Über zwei Jahre Haft trotz Geständnis
Der junge Mann, der laut seinem Anwalt von einem Psychiater als emotional unreif und impulsiv beschrieben wurde, gestand die Facebook-Postings. Trotz des Geständnisses verurteilte man Elliott jetzt zu zwei Jahren und vier Monaten Gefängnis.

Seine Kooperation habe man dabei schon berücksichtigt, hieß es bei der Urteilsverkündung, bei der die Tat des jungen Mannes als "extrem besorgniserregend" beschrieben wurde. Er habe klar die Grenze zum kriminellen Verhalten überschritten, so das Gericht.

Warum Elliott die Tat begangen hat, ist immer noch unklar. Sein Klient könne das "idiotische, kindische und armselige Verhalten" nicht erklären, so Elliotts Anwalt beim Prozess.

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