In diesem Flieger ist seit Montag ein Kuckuck an Bord. Eine Frau aus Asten ließ über ihren Anwalt ein Flugzeug von Ryanair pfänden. Dabei geht es eigentlich um eine Lappalie. Denn die Frau wollte einfach nur Geld für einen stark verspäteten Flug zurückfordern. Es ging um 355,02 Euro.
Es waren wohl sehr eigentümliche Bilder, die sich da am Montag am Linzer Flughafen abspielten: Eine Anwältin, ein Flughafenmitarbeiter und ein Exekutor gingen zu einem am Vorfeld stehenden Ryanair-Flieger und betraten das Flugzeug.
Der Grund: Gegen die irische Fluglinie liegt ein Exekutionsbescheid des Bezirksgerichts Traun vor. Eine Frau aus Asten und die Kanzlei Florianer Rechtsanwälte hatten den Bescheid erwirkt. Ausgangspunkt war eine geplante Urlaubsreise der Frau mit zwei Begleitern im Juli 2024. Weil sich der geplante Abflug nach Palma de Mallorca um 13 Stunden verzögerte, trat sie vom Flug zurück, wählte eine anderen. Der war 105,2 Euro teurer.
Nach dem Urlaub erstattete Ryanair zwar den ursprünglichen Preis zurück. Die der Frau zustehende Entschädigung von 250 Euro und die Mehrkosten blieb man aber schuldig - bis heute. Deshalb strengte man die Exekution an, so die „OÖN“
Kein Bargeld an Bord
Eigentlich hätte man auch die Bordkasse pfänden können, doch die gibt es nicht mehr, weil die Passagiere nur noch bargeldlos zahlen können. „Dann hat sogar der Pilot angeboten, den geforderten Betrag zu bezahlen. Aber der wollte nur mit Karte zahlen und das akzeptierte der Exekutor nicht“, erzählt Rechtsanwalt Georg Wageneder im Gespräch mit der „Krone“.
Es droht sogar Versteigerung
Und so kam es, dass seitdem ein Kuckuck – der eigentlich ein Adler ist – an Bord der Maschine weilt, die zwischen Linz und London verkehrt. Ryanair hat Zeit, zu reagieren. Passiert das nicht, dann könnte das Flugzeug eingezogen und letzten Endes sogar versteigert werden. Aber damit rechnet nicht einmal Anwalt Wageneder. Die Summe, die Ryanair mittlerweile zahlen soll, beläuft sich auf 392,87 Euro – ein Pappenstiel für die Fluglinie.
Ryanair reagierte am Dienstagnachmittag auf eine „Krone“-Anfrage wie folgt: „Das ist nicht wahr. Keines unserer Flugzeuge wurde gepfändet. Alle Berichte, die etwas anderes behaupten, sind sachlich falsch.“
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