Heute entscheidet der Europarat, ob „Isegrim“ in Europa weiterhin „streng geschützt“ bleibt – oder ob sein Schutzstatus gesenkt wird. Der Wolf ist ein Thema, das bewegt. Laut einer Umfrage mögen wir den Räuber nämlich viel lieber als gedacht.
Als im Februar ein Wolf durch das menschenleere Bludenz (Vbg.) streifte, gingen die Wogen – wie bei jeder Wolfssichtung – hoch. Ebenso Ende Oktober, wo ein Tier in Kaltenleutgeben (NÖ) Schafe gerissen haben soll. Geht es nach den einen, soll der Abschuss problematischer Wölfe möglichst vereinfacht werden. Vor allem Landwirte und Almbetreiber bangen um ihre Nutztiere. Geht es nach den anderen, trägt der Wolf als „Gesundheitspolizist des Waldes“ sogar zum Naturschutz bei, indem er alte und kranke Tiere jagt.
Entscheidung über Schutzstatus
Für das Raubtier stehen jedenfalls entscheidende Tage an. Schon heute soll im Europarat festgelegt werden, ob der aktuelle Schutzstatus des Wolfes gesenkt wird. Nämlich von „streng geschützt“ auf „geschützt“.
Einst fast ausgerottet, entwickelte sich die Wolfspopulation Europas in den letzten Jahren prächtig. Zu prächtig, wie „Wolfstop Europe“-Präsident Gerhart Fallent meint. Man habe dem Europarat die „Ausseer Deklaration“ übermittelt – ein „konstruktiver Vorschlag“, wie Fallent meint. Deren Ziele: national bestimmte Obergrenzen, die Festlegung von Wolfszonen und Null-Toleranz-Zonen (Siedlungs- und Almgebiete), ein professionelles Monitoring der Wölfe. „Die notwendige Mehrheit im Europarat wird zustande kommen“, glaubt Fallent.
Österreicher mögen Wolf lieber als bisher gedacht
Der erste große Wolfsreport (500 Befragte durch Tierschutz Austria) zeigt hingegen, dass der Wolf besser als sein Ruf ist. Nach Igel, Fuchs und Hase ist er für 42 Prozent sogar das Lieblingstier. 76 Prozent sehen ihn als Bereicherung, 77 Prozent wären für die Aufrechterhaltung des Schutzstatus. Nur: Die Hälfte der Österreicher fühlt sich zu schlecht informiert, hängt unwahren Mythen über Isegrim nach.
Überraschend: Hundebesitzer stehen dem Wolf recht positiv gegenüber. Ebenso Städter, während Landbewohner tendenziell eher um ihre Nutztiere fürchten.
Dem Europarat wird allerdings recht egal sein, ob Herr und Frau Österreicher den Wolf mögen oder nicht.
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