Die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten hat sich am Mittwoch auf eine Änderung beim Status von Wölfen geeinigt (siehe Video oben). Österreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) spricht von einem „Meilenstein“, der „Sachverstand hat über die Ideologie gesiegt“.
Der Schutzstatus von Wölfen soll von „streng geschützt“ auf „geschützt“ gesenkt werden. Damit kann zum Beispiel ein Abschuss erleichtert werden. Darauf einigten sich am Mittwoch die Vertreterinnen und Vertreter der 27 EU-Staaten im Gremium in Brüssel. Formal abgesegnet werden soll die Entscheidung dann beim EU-Wettbewerbsrat am Donnerstag. Die EU-Kommission machte den Vorschlag bereits im Dezember.
Österreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) hat selbst für den neuen Schutzstatus des Wolfes gestimmt. „Heute haben wir einen Meilenstein erreicht. Der Sachverstand hat über die Ideologie gesiegt“, sagte er in einer Aussendung.
Hier sehen Sie eine Grafik zur Verteilung von Wölfen in Österreich.
„Nicht mehr vom Aussterben bedroht“
Der Wolf sei in Europa nicht mehr vom Aussterben bedroht und vermehre sich inzwischen pro Jahr um bis zu 30 Prozent. Zustimmung kam am Mittwoch unter anderem auch von der FPÖ, der niederösterreichischen und Salzburger Landesregierung, dem Bauernbund und der Landwirtschaftskammer.
Österreichs Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) ist gegen die Änderung. Sie war aber an eine einheitliche Länderstellungnahme gebunden, in der sich alle Bundesländer für ein Herabsenken des Schutzes aussprachen.
„Beitrag zur Artenvielfalt“
Kritik äußern zudem Natur- und Tierschutzorganisationen wie der WWF, der von einem „falschen Signal“ spricht. „Als heimische Wildtiere und Beutegreifer sind Wölfe ein natürlicher Beitrag zur Artenvielfalt. Sie verhindern die Ausbreitung von Krankheiten und stärken im Idealfall auch die wichtigen Schutzwälder, weil sie zu hohe Wildbestände reduzieren können“, sagte WWF-Biologe Christian Pichler in einer Aussendung.
Wird der Entschluss beim Ministerrat für den reduzierten Schutzstatus bestätigt, kann die EU einen Abänderungsantrag einbringen. Ein herabgesenkter Schutzstatus gäbe den EU-Staaten mehr Flexibilität, ohne den Schutz ganz aufzuheben, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. Es gehe nur um den Wolf, nicht um andere Tierarten.
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