Microsoft übertraf mit den Zahlen für das dritte Geschäftsquartal die Erwartungen der Analysten. Die Aktie stieg nachbörslich um zwei Prozent. Das dürfte Balsam für die Seele von Konzernchef Steve Ballmer gewesen sein. Erst jüngst hatte die Marktforschungsfirma IDC den Konzern mitverantwortlich gemacht für einen Einbruch der PC-Verkäufe. Die Nutzer könnten sich nicht an die neue Bedienung von Windows 8 gewöhnen und vermissten den Start-Button, schrieben die Experten.
Zwar liege noch Arbeit vor Microsoft, räumte Ballmer ein, doch das Unternehmen sei durch Windows langfristig gut aufgestellt. Die klassische PC-Branche leidet unter dem Vormarsch von Tablets und Smartphones. Auf diesen fristet Microsoft-Software ein Nischendasein. Tonangebend sind Googles Android-Betriebssystem und Apple. Mit Windows 8 will Microsoft seinen Rückstand bei den mobilen Geräten aufholen.
Noch läuft das Betriebssystem aber vor allem auf PCs. Microsoft kamen bei seinen Geschäftszahlen nun unter anderem seine Angebote zur Aufrüstung älterer Rechner mit Windows 8 zugute. Zudem waren die Office-Büroprogramme und die Server-Software begehrt. "Unser Geschäft mit Firmenkunden floriert", sagte der fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Kevin Turner. Die Spielesparte mit der Konsole Xbox 360 konnte ihre Einnahmen deutlich steigern und kam aus den roten Zahlen heraus. Bei den Online-Diensten rund um die Suchmaschine Bing konnte Microsoft den Verlust eindämmen.
Marketingausgaben und EU-Strafe schmälern Gewinn
Umgekehrt steckte der Konzern viel Geld in die Vermarktung von Windows 8, was den Gewinn schmälerte. Zudem musste Microsoft eine EU-Strafe von mehr als einer halben Milliarde Euro verschmerzen. Die EU-Kommission hatte befunden, dass es die Firma versäumt habe, den Nutzern von Windows 7 neben dem hauseigenen Internet Explorer auch konkurrierende Browser für das Surfen im Internet anzubieten.
Finanzchef Klein verlässt Microsoft nach elf Jahren
Für eine Überraschung am Rande sorgte eine Personalie: Finanzchef Peter Klein verlässt nach elf Jahren das Unternehmen. Davor wird er noch seinen Nachfolger einarbeiten, der allerdings erst noch gefunden werden muss. Konzernchef Ballmer sagte, es sei ihm eine Freude gewesen, mit Klein zusammenzuarbeiten: "Ich wünsche ihm alles Gute."
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