Es ist wohl einer der Aufreger der Olympischen Spiele im Sommer gewesen: Ist sie eine SIE oder ist sie ein ER? Ist Imane Khelif, die Gold im Frauen-Boxen holte, tatsächlich eine Frau oder ist sie ein Mann? Auch wenn sich diese Frage für das Internationale Olympische Komitee nicht stellte, da man sich für die Zulassung zu Olympia mit dem im Pass angegebenen Geschlecht begnügt, wurde darüber heftig diskutiert. Und nun entfachen frisch bekannt gewordene Gutachten den Wirbel um Khelif erneut …
Denn wie Mediziner des Kremlin-Bicètre-Krankenhauses in Paris und des Mohamed-Lamine-Debaghine-Spitals in Algier (Algerien) laut einem Bericht von „Le Correspondant“- Reporter Djaffar Ait Aoudia aufzuzeigen scheinen, habe Khelif weder Eierstöcke noch eine Gebärmutter – sehr wohl allerdings innen liegende Hoden, eine Penis-ähnliche Klitoris und eine deformierte Vagina.
„Alpha- 5-Reduktase-Typ-2-Mangel“
Die jeweils federführenden Experten Jacques Young und Soumaya Fedala verweisen bei Khelif auf einen – bereits im August thematisierten – „Alpha- 5-Reduktase-Typ-2-Mangel“, der u.a. zu einer Stoffwechselstörung bei Testosteron führt.
Mit dem Ergebnis, dass die Geschlechtsentwicklung untypisch verläuft und männliche Babys bei der Geburt oft als Mädchen identifiziert werden. Der beschriebene „Alpha- 5-Reduktase-Typ-2-Mangel“ tritt demnach jedenfalls nur bei Buben auf ...
Sportlerin aus Algerien offiziell zu Olympia zugelassen
Ob das IOC angesichts des neuen Wirbels rund um Khelif an den Medaillen-Entscheidungen von Paris etwas zu ändern gedenkt? Kaum anzunehmen, immerhin hatte man die Sportlerin aus Algerien offiziell zugelassen – und das obwohl sie noch ein Jahr vor Olympia bei der WM wegen zu hoher Testosteronwerte gesperrt worden war.
Zuvor hatte sie aber seit vielen Jahren bei diversen Frauen-Box-Bewerben teilnehmen dürfen, u.a. auch bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021.
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