Die algerische Boxerin Imane Khelif hat dem von einer aufgeheizten Geschlechter-Debatte ausgelösten Druck auch im Olympia-Finale am Freitagabend standgehalten und Gold gewonnen. Danach holte sie zum Rundumschlag aus.
„Die gesamte Welt war gegen mich und hatte eine bösartige Kampagne gegen mich gestartet. Meine Antwort ist die Goldmedaille“, jubelte Khelif nach ihrem Sieg. Sie sei „eine starke Frau, eine Frau mit besonderer Kraft. Meine Antwort auf alles habe ich heute im Ring geliefert.“
Sie sei „als Frau geboren, war immer eine und habe nur gegen Frauen gekämpft“, so Khelif, die ihre Kritiker, die behaupten, sie sei ein Mann, als „Feinde des Erfolgs“ bezeichnete. „Ich habe die ganze arabische Welt geehrt“, jubelte die Algerierin.

Die 25-Jährige hatte sich zuvor im Weltergewicht (bis 66 kg) gegen die chinesische Weltmeisterin Yang Liu einstimmig nach Punkten durchgesetzt. Nach der Urteilsverkündung führte Khelif in der Ringmitte wieder ihren Jubeltanz um die eigene Achse auf und wurde anschließend unter tosendem Jubel der Fans von einem algerischen Betreuer auf dessen Schultern getragen.
Heftige Kontroversen
Um Khelif und die Taiwanesin Lin Yu-Ting, die am Samstag im Federgewicht gegen die Polin Julia Szeremeta um Gold boxt, gab es heftige Kontroversen um das Startrecht in Paris. Beide Boxerinnen waren bei der WM im Vorjahr nach Tests, zu denen der vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nicht mehr anerkannte Weltverband IBA keine näheren Angaben macht, ausgeschlossen worden. Beide hätten laut IBA die erforderlichen Teilnahmekriterien nicht erfüllt und „im Vergleich zu anderen weiblichen Teilnehmern Wettbewerbsvorteile“ gehabt.
Das IOC nannte das eine „willkürliche Entscheidung ohne ordnungsgemäßes Verfahren“ und ließ Lin und Khelif in Paris starten. „Es gab nie Zweifel, dass sie Frauen sind“, bekräftigte IOC-Präsident Thomas Bach mehrfach.
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