Die algerische Boxerin Imane Khelif hat dem von einer aufgeheizten Geschlechter-Debatte ausgelösten Druck auch im Olympia-Finale standgehalten und Gold gewonnen.
Die 25-Jährige setzte sich am Freitag im Weltergewicht (bis 66 kg) gegen die chinesische Weltmeisterin Yang Liu einstimmig nach Punkten durch und wurde Olympiasiegerin.
„So Gott will, wird diese Krise in einer Goldmedaille gipfeln, das wäre die beste Antwort“, hatte Khelif zuletzt gesagt. Auch im finalen Kampf auf dem Court Philippe Chatrier im Stade Roland Garros wurde sie vor rund 15.000 Zuschauern frenetisch angefeuert und bejubelt. Nach der Urteilsverkündung führte Khelif in der Ringmitte wieder ihren Jubeltanz um die eigene Achse auf und wurde anschließend unter tosendem Jubel der Fans von einem algerischen Betreuer auf dessen Schultern getragen.
Heftige Kontroversen
Um Khelif und die Taiwanesin Lin Yu-Ting, die am Samstag im Federgewicht gegen die Polin Julia Szeremeta um Gold boxt, gab es heftige Kontroversen um das Startrecht in Paris. Beide Boxerinnen waren bei der WM im Vorjahr nach Tests, zu denen der vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nicht mehr anerkannte Weltverband IBA keine näheren Angaben macht, ausgeschlossen worden. Beide hätten laut IBA die erforderlichen Teilnahmekriterien nicht erfüllt und „im Vergleich zu anderen weiblichen Teilnehmern Wettbewerbsvorteile“ gehabt.
„Willkürliche Entscheidung“
Das IOC nannte das eine „willkürliche Entscheidung ohne ordnungsgemäßes Verfahren“ und ließ Lin und Khelif in Paris starten. „Es gab nie Zweifel, dass sie Frauen sind“, bekräftigte IOC-Präsident Thomas Bach mehrfach.
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