„Die Landwirtschaft für die Hochwasserschäden verantwortlich zu machen, ist nicht nur eine Frechheit, sondern fachlich schlichtweg falsch“, ärgert sich Landwirtschaftskammer-NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager. Er reagiert damit – wie viele Bauern zwischen Enns und Leitha – auf die Kritik des St. Pöltner Vizebürgermeisters und Baustadtrats Harald Ludwig.
„Kaum Möglichkeit zur Versickerung“
Dieser hatte in der „Krone“ behauptet, die moderne Landwirtschaft trage eine Teilschuld an überfluteten Gärten und Häusern. Beim SPÖ-Politiker läutete daher tags darauf das Handy Sturm, von seiner Meinung weicht er aber nicht ab: „Die durch die moderne Bewirtschaftung verdichteten Äcker haben dem Wasser kaum Möglichkeit zur Versickerung gegeben.“
Laut Schmuckenschlager sei es aber gerade die moderne Landwirtschaft, die wesentlich dazu beigetragen habe, dass die extremen Niederschlagsmengen überhaupt versickern konnten. „Doch bei diesen abnormalen Regenmengen sind selbst die besten Böden irgendwann gesättigt“, weiß der Kammerpräsident.
200 Liter wurden aufgenommen
„Gerade in St. Pölten begrünen viele Bauernfamilien die Äcker – eine Maßnahme, die Sturzbäche reduziert“, betont zudem Bauernbunddirektor Paul Nemecek. Dem pflichtet auch der ehemalige Bezirksbauernkammerobmann Anton Hieger bei: „Es gibt in der Region viele Begrünungsfelder. Auch meine Felder haben 200 Liter aufnehmen können, erst darüber ist es rausgeronnen.“
Während viele Gemeinden den Landwirten danken, dass sie in der Krise als Helfer in der Not einsprangen, übt man sich in St. Pölten im Klassenkampf.
Paul Nemecek, NÖ Bauernbunddirektor
Nemecek kritisiert Ludwig zudem für die Aussage, moderne Traktoren würden Monstertrucks gleichen: „Wir werden sicher nicht wieder mit Ochsen pflügen! Die St. Pöltner SPÖ sollte sich ein Vorbild an ihren Wiener Genossen nehmen, diese sind stolz auf ihre ,Stadtlandwirtschaft‘ und ihre Leistungen.“
„Das ist reine Bequemlichkeit“
Der Bauernbunddirektor bekommt dabei Unterstützung von Ruth Boßmann, Obfrau der Landwirte-Vereinigung „Land schafft Verbindung“: „Jedem Wirtschaftszweig gesteht man gesellschaftlich Modernisierung zu, nur bei der Landwirtschaft vertritt man scheinbar, die Meinung, dass diese noch wirtschaften soll wie in den Heimatfilmen.“ Laut Boßmann wurden in den letzten 50 Jahren derart viele Flächen versiegelt, wodurch immer weniger Äcker immer mehr Wasser aufnehmen müssen. „Selbst aktuell werden neu sanierte Plätze in St. Pölten vollflächig versiegelt. Dass jetzt der Landwirtschaft die Schuld zugeschoben wird für städtebauliche Fehler, ist reine Bequemlichkeit“, so Boßmann.
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