Betriebe, die schon im Vorjahr Einbußen hinnehmen musste, fallen um die finanzielle Unterstützung aus EU-Mitteln um. Schuld daran ist das Landwirtschaftsministerium, wird in Niederösterreich kritisiert.
In ein flackerndes Lichtermeer getaucht waren viele Weingärten heuer Ende April. Von Romantik war dabei aber keine Spur – im Gegenteil: Die Winzer versuchten, mit sogenannten Frostkerzen die heurige Ernte vor späten Minus-Graden zu bewahren. Was allerdings nicht überall gelang.
Geld aus Brüssel steht bereit
Rasch reagiert hat die EU-Kommission nach den verheerenden Frostnächten im Frühjahr und für betroffene Wein- und Obstbaubetriebe in Österreich 10 Millionen Euro bereitgestellt. „Aber die nationale Umsetzung dieser Unterstützung durch das Landwirtschaftsministerium ist mangelhaft“, kommt herbe Kritik aus Niederösterreich.
Problem mit Regeln des Ministeriums
Denn viele Winzer im weiten Land würden um die finanzielle Hilfe umfallen. Den Grund erläutert Reinhard Zöchmann, Präsident des NÖ-Weinbauverbandes: „Als Referenz für die Schadensmeldungen dient die Erntemenge des Vorjahres. Wer also bereits im vergangenen Jahr durch Hagelunwetter herbe Einbußen erlitten hatte, konnte trotz neuerlicher Missernte keine Differenzmenge benennen.“ Und somit keine Entschädigung aus den EU-Mitteln beantragen.
Es ist nicht einzusehen, warum da vom Ministerium nicht flexibler reagiert wird.
Reinhard Zöchmann, Präsident des NÖ-Weinbauverbandes
Mehr Flexibilität gefordert
Zöchmann fordert seit Wochen eine Änderung der Verordnung – bisher jedoch ohne Erfolg. Dabei steht für den Präsidenten des NÖ-Weinbauverbandes fest: „Gerade Betrieben, die zwei Jahre hintereinander geschädigt wurden, brauchen Hilfe. Das Ministerium muss eine Lösung finden!“
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