Das Beste war gerade gut genug: In zehn Hotels im Tiroler Unterland verursachte eine mittellose junge Frau in nur drei Monaten einen Schaden von rund 58.000 Euro. Dafür muss sie jetzt in Haft. Als Motiv gab sie eine „toxische Beziehung“ an.
Vornehmlich Hotels im Bezirk Kufstein und im Bezirk Kitzbühel waren von Juni bis August gemeinsam mit ihrem Ex-Lebensgefährten das Ziel von sehr kostspieligen Aufenthalten. Nur: Die Angeklagte zahlte die Zechen ganz einfach nicht und trickste beim Abreisen – etwa, indem sie auf ihrem Handy vermeintliche Sofortüberweisungen vorzeigte.
Angeklagte geriet „in Lügenzirkel“
Das alles versuchte die derzeit in U-Haft befindliche Frau erst gar nicht zu leugnen. „Ich stehe dazu und bin natürlich schuldig“, sagte sie bei der Verhandlung am Freitag am Landesgericht Innsbruck.
Sie sei in diesen drei Monaten einfach mehr und mehr in einen „Lügenzirkel hineingeraten“, argumentierte sie und machte dafür ihre „toxische Beziehung“ mit ihrem damaligen Lebensgefährten verantwortlich, dem sie irgendwann „nicht mehr die Wahrheit sagen konnte“.
Deutsche täuschte große Erbschaft vor
Diesem Ex-Partner, mit dem sie allein zwei Luxushotels um mehr als 47.000 Euro geprellt hatte, spielte die mittellose Frau daher zunehmend etwas vor. So sagte sie ihm etwa, dass sie eine große Erbschaft von einem verstorbenen polnischen Onkel erwarte. „Irgendwann kam ich aus der ganzen Sache dann einfach nicht mehr raus“, erklärte die deutsche Staatsbürgerin.
Irgendwann kam ich aus der ganzen Sache dann einfach nicht mehr raus.
Die Angeklagte beim Prozess
Angeklagte erhielt drei Monate Haft
Nach kurzer Beratung entschied sich der Schöffensenat für eine teilbedingte Haftstrafe: Von den verhängten acht Monaten Freiheitsstrafe muss die Angeklagte drei Monate absitzen. Da sie sich seit August in Untersuchungshaft befindet, wird sie damit im November bereits entlassen. Zusätzlich muss sie aber die durch die Zechprellerei verursachten Kosten an die Hotels zahlen. Ob das wirklich klappt, ist freilich offen.
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