Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) hat am Freitag betont, dass genügend Impfstoff gegen Grippe vorhanden sei. Dieser liege „österreichweit und flächendeckend in den Arztpraxen“. Zuvor hatte die Ärztekammer mitgeteilt, dass der Impfstoff für Risikogruppen nicht mehr bestellt werden könne.
Das sei „unverantwortliche Panikmache“, kommentierte Gesundheitsminister Rauch jetzt. Gegen Influenza („echte Grippe“) sei genügend Impfstoff vorhanden. Dieser liege „auch genau dort, wo er hingehört – nämlich in den Arztpraxen (...)“.
Sollte der nasale Kinderimpfstoff oder das Vakzin für ältere Menschen österreichweit tatsächlich verbraucht sein, können beide Gruppen auch mit dem Impfstoff Influvac Tetra geimpft werden, teilte das Büro von Rauch mit.
Hohe Impfquote möglich?
Hintergrund der beruhigenden Worte des Gesundheitsministers sind Aussagen der Ärztekammer. Wie berichtet, hatten diese gesagt, dass Ärztinnen und Ärzte keinen Impfstoff mehr für Risikogruppen bestellen könnten. „In der vergangenen Impfsaison waren teilweise 180 Ordinationen in Wien ohne Impfstoff, das darf sich keinesfalls wiederholen“, warnte Präsident Johannes Steinhart. Eine hohe Impfquote rücke in weite Ferne, wird befürchtet.
In der vergangenen Impfsaison waren teilweise 180 Ordinationen in Wien ohne Impfstoff, das darf sich keinesfalls wiederholen.
Ärztekammer-Präsident Johannes Steinhart
In Österreich stehen für dieses Jahr 1,2 Millionen Dosen Influenza-Impfstoff zur Verfügung, das sind 160.000 mehr als im vergangenen Jahr. Vom speziellen Vakzin für Seniorinnen und Senioren gibt es 317.000 Dosen. Vom nasalen Impfstoff für Kinder wurden 140.000 Dosen bestellt. In der vergangenen Saison wurden ungefähr 826.000 Grippe-Impfungen verabreicht.
Erstmals kostenlos
Eine Liste, wo sich Menschen impfen lassen können, soll laut Rauch Anfang Oktober veröffentlicht werden. In ganz Österreich bieten mehr als 4000 Ärztinnen, Ärzte und Einrichtungen die Impfung an. Die Aussendung erfolgt seit Montag dieser Woche. Heuer ist das Angebot erstmals für alle kostenlos, im Vorjahr war es vor allem um die Rezeptgebühr erhältlich.
Für optimalen Schutz sollte die Grippe-Impfung zwischen Mitte Oktober und Ende November verabreicht werden. Empfohlen ist sie vor allem für Kinder, Personen ab 60 Jahren, Schwangere und Menschen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko.
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