Die Rädelsführer der blutigen Gang-Revierkämpfe in Wien sind „aus dem Verkehr gezogen“. Für die Polizei bleibt dennoch noch genug zu tun.
Es war Anfang Juni, als der schwelende Konflikt zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen in Wien in einer wahren Schlacht im Favoritner Arthaberpark explodierte. Vier weitere blutige Auseinandersetzungen vor allem zwischen Syrern auf der einen und Tschetschenen und Türken auf der anderen Seite folgten. Nun, drei heiße Monate später, vermeldeten die Polizei und Innenminister Gerald Karner, dass es „gelungen ist, die Rädelsführer auszuforschen und aus dem Verkehr zu ziehen.“
Acht Täter in Haft
33 Täter wurden ausgeforscht, acht von ihnen sind in Haft: Drei Syrer, drei Tschetschenen, aber auch ein Kroate und ein Österreicher – ein weiteres Indiz dafür, dass es in Wahrheit nicht um Nationalitäten und die Verteidigung irgendwelcher „Ehr“-Begriffe ging, sondern um Revierkämpfe durchaus durchmischter krimineller Gruppen und einen Vorwand für sinnlose Gewaltorgien.
Waffen beschlagnahmt
17 Hausdurchsuchungen fanden in den vergangenen Wochen in Wien im Zusammenhang mit den Jugendbanden statt. Allein dabei wurden eine Gaspistole, sechs Messer, zwei Pfeffersprays, sieben Mobiltelefone und vier Computer sichergestellt. Darüber hinaus wurde auch ein Auto beschlagnahmt.
Karner betonte, dass der Kampf gegen die Banden- und Jugendkriminalität ein gemeinsamer Erfolg aller beteiligten Einheiten der Exekutive sei: von der Sondergruppe Jugendkriminalität im Bundeskriminalamt unter der Leitung von Dieter Csefan bis hin zu jedem einzelnen der uniformierten Polizisten aus den Bundesländern, die zu vermehrten Streifendiensten und Polizei-Schwerpunkten in Wien abkommandiert wurden.
650 Festnahmen
In den sechs Monaten, seit der Kampf gegen die Jugendkriminalität in Wien, aber auch im Rest von Österreich zur polizeilichen Priorität erklärt wurde, wurden laut dem Innenministerium bisher rund 40.000 Personen kontrolliert, 650 Personen festgenommen und 5220 Anzeigen erstattet. Der Großteil davon entfällt jeweils auf Wien, was nur zum Teil für mehr Kriminalität in der Stadt spricht.
Die Bilanz für Wien hat auch damit zu tun, dass sich die polizeiliche Arbeit schwerpunktmäßig auf die Bundeshauptstadt konzentrierte. Der Anteil von Kontrollen, die eine Anzeige nach sich zogen, ist in den Bundesländern zum Teil sogar höher. Rund ein Drittel aller Anzeigen betraf tatsächlich Minderjährige.
Arbeit wird konsequent fortgesetzt
Die Arbeit ist noch lange nicht getan, betonte Karner trotz der erfolgreichen Zwischenbilanz. In Österreich gelte der Rechtsstaat, „und wer diesen Rechtsstaat missachtet, muss mit Konsequenzen rechnen“. Auch Polizeischwerpunkte würden „dort, wo es notwendig ist, konsequent fortgesetzt“, versprach der Innenminister.
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