Tropennächte, Unwetter im Süden, Trockenheit im Zentralraum und Dürre im Mühlviertel – die Bilanz des Sommers in Oberösterreich ist für Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) „beunruhigend“. In Linz und Freistadt war er in der Mess-Geschichte bisher der wärmste.
Die absolut höchste Temperatur des Jahres wurde allerdings im Süden des Landes, in Weyer, gemessen: Am 29. Juni zeigte das Thermometer dort 35,6 Grad. Weyer liegt gemeinsam mit Linz mit jeweils 29 Tagen über 30 Grad an der Spitze bei den Tagesmaxima in Oberösterreich (bis einschließlich 28. August).
Ab Mitte Juni zu warm
Die Jahreskurve der Tagesmitteltemperaturen für Linz zeige, dass es ab Mitte Juni mehr oder minder durchgehend zu warm war. Dieser Wert ergebe sich aus den sehr warmen Nächten, so wurden in der Landeshauptstadt 15 sogenannte Tropennächte mit einer Tiefsttemperatur über 20 Grad registriert.
Ab Mitte Juli blieben dann auch die Niederschläge für einen Monat großteils aus. Viel zu trocken verlief der Hochsommer auch im Mühlviertel, wo Landwirte mit der Dürre zu kämpfen haben, ausgiebiger Regen fehle seit Wochen.
Regen im Süden
Ganz anders die Situation im Süden des Bundeslandes, wie Meteorologe Alexander Ohms von Geosphere Austria meint. Auch wenn Oberösterreich im Gegensatz zu anderen Bundesländern von größeren Unwettern verschont geblieben sei, habe es etwa im Inneren Salzkammergut mehr als normal geregnet.
„Renaturieren statt Betonieren“
Die Klimarekorde würden zeigen, dass nicht mehr lange Zeit bleibe, „die Klimakatastrophe abzuwenden“, schlussfolgerte Kaineder aus der Bilanz. Auch bei der Klimawandelanpassung müssen „wir einen Zahn zulegen“. Vor allem der Gesundheitsschutz durch natürliche Kühlung von Bäumen und Begrünungen der Städte müsse „viel mehr Aufmerksamkeit“ bekommen. Dies gelte auch für den Schutz vor immer intensiveren Unwettern und Hochwasserereignissen. „Renaturieren statt Betonieren“, könne der Weg daher nur heißen.
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