Hohes C und tiefes C – Menschen können Töne, die durch eine Oktave getrennt sind, als ähnlich wahrnehmen – dies ist unter anderem für Musik und die Sprachentwicklung wichtig. Aber auch Ratten weisen diese Fähigkeit – Oktav-Äquivalenz genannt - auf.
Der Mensch kann jedenfalls Melodien unabhängig von der Tonhöhe und Laute trotz Frequenzunterschieden als zusammengehörig begreifen. „Das muss nicht beigebracht werden, wir machen es automatisch, etwa wenn wir miteinander singen, einfach weil wir unterschiedlich hohe Stimmen haben“, erklärte die Wissenschaftlerin Marisa Hoeschele in einer Aussendung.
Haben Tiere diese Fähigkeit auch? Das Team um Bernhard Wagner und Marisa Hoeschele vom Institut für Schallforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ging der Frage nach, wie das Fachjournal „Royal Society Open Science“ berichtet.
Ratten reagierten verblüffend
Die Forscher spielten Ratten im Labor verschiedene Noten vor. Sprachen die Nagetiere auf bestimmte Töne – etwa die mittleren vier in einer Oktave – an, erhielten sie eine Belohnung. Danach wurden den Tieren andere Töne, aber auch die gleichen in anderen Oktaven vorgespielt. Im Experiment reagierten die Laborratten auf diese um eine Oktave versetzten Töne. Dies deutet darauf hin, dass sie trotz unterschiedlicher Frequenzen als ähnlich wahrgenommen wurden.
Die Ergebnisse weisen den Autoren zufolge darauf hin, dass Oktav-Äquivalenz bei Säugetierarten weit verbreitet oder aufgrund der harmonischen Stimmstruktur naturgegeben, also nicht kulturell erlernt sein könnte. Hier seien allerdings noch weitere Untersuchungen notwendig.
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