Nach zahlreichen Stunden der Suche am Mittwochabend und Donnerstagmorgen dürfte nun traurige Gewissheit über den vermissten deutschen Canyoningsportler (40) herrschen. Der Mann wurde am Mittwoch im Sulztal im Tiroler Außerfern als vermisst gemeldet, nachdem er in einem Fluss abgetrieben wurde. Für die Einsatzkräfte war die Suchaktion mehr als heikel.
Der schreckliche Unfall ereignete sich am Mittwochabend im Gemeindegebiet von Bach. Dort war er gemeinsam mit vier Begleitern auf einer Canyoningtour im Bereich der Jägerbrücke unterwegs. Der Mann war bei einer 25 Meter hohen Abseilstelle und seilte sich als Erster der Gruppe ab.
Wenig später dürfte er nicht mehr aus einem darunter liegenden Pool herausgekommen und weiter in die Schlucht abgetrieben worden sein. Der Canyoningführer, ein 34-jähriger Deutscher, beobachtete dies und setzte anschließend den Notruf ab.
Die zahlreichen Einsatzkräfte der Bergrettung oder Feuerwehr standen bis in die späten Abendstunden im Einsatz. Auch der Notarzthubschrauber RK 2 flog über den Bereich, genauso wie eine Drohne. Gegen 22.30 Uhr wurde die Suche schließlich wegen einsetzender Dunkelheit abgebrochen.
Die Suche wurde am Donnerstagmorgen fortgesetzt. Am Vormittag dann die traurige Gewissheit: Der 40-Jährige wurde nach Angaben von Markus Wolf, Bezirksleiter der Bergrettung Reutte, in der Schlucht tot aufgefunden. Er dürfte ertrunken sein. „Unter dem Wasserfall bildet sich ein See mit Kehrwasser und dort gibt es Strömungen. Diese drücken einen unter Wasser. Wir haben nicht genau gewusst, wie weit es ihn gespült hat.“
Heikler Einsatz für Bergrettung
Schlussendlich wurde der Mann zwei Wasserfälle weiter getrieben und konnte dort am Donnerstagvormittag von den Einsatzkräften geborgen werden. Die Suche in den Abendstunden gestaltete sich laut Wolf als gewagtes Unterfangen, wie er schildert: „Es ist eine der allerschwersten Routen, die wir im Außerfern haben. Das Wasser steigt dort zu später Stunde durch die Schmelze stark an. Die Alarmierung kam gegen halb acht, deshalb war auch der Einsatz für die Retter heikel.“
Auch die weiteren Gruppenmitglieder konnten am Mittwochabend noch sicher aus der Schlucht geborgen werden. „Ich bin froh, dass der Einsatz ohne weitere Verletzte verlaufen ist, weil es doch sehr heikel war. Das Zusammenspiel mit Bergrettung und Canoyningtruppe samt Drohnenstaffel hat sehr gut funktioniert“, so Wolf.
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