In Sankt Gallen am Rande des Gesäuses startet man bereits diesen Sonntag in den ersten Teil von zweigeteilten Festspielen. Von 21. bis 23. Juli und von 15. bis 25. August warten wieder hochkarätige Konzerte rund um die pittoreske Burg Gallenstein.
„Ausnahmsweise!“, scherzt Reinhard Mitterbäck, Teil der Veranstalterfamilie des Festivals Sankt Gallen, am Telefon. „Ausnahmsweise“ habe man Emmanuel Tjeknavorian, Stargeiger und -dirigent ermöglicht, seine Konzerte vorzuverlegen. Aber wer die Familie Mitterbäck und ihre Zugewandtheit zu ihren Künstlern kennt, der weiß: Natürlich wurde Tjeknavorian nicht versagt, das kurzfristig hereingekommene Engagement in den Staaten anzunehmen.
Wobei, etwas mühsam sei es schon, die Festivalmaschinerie zweimal hochzufahren. Wer aber mehr als 35 Jahre Übung im Veranstalten hat, schafft auch das. Und so startet das Festival Sankt Gallen heuer bereits mit einem Block von drei Konzerten von 21. bis 23. Juli, eben auch mit Tjeknavorian „and friends“ in kammermusikalischer Besetzung wie auch mit dem bereits im letzten Jahr präsentierten Matrix Orchester.
Im zweiten Veranstaltungsblock gibt es dann den gewohnt eklektischen Stilmix zu bewundern, der das Festival Sankt Gallen so besonders macht. Ebenso besonders: dass Künstler wie Erwin Ortner und sein Arnold Schönberg Chor recht frei in der Wahl ihres Programms sind. Daraus ergibt sich ein erfrischender Anachronismus. Anton Bruckner findet sich in dessen Jubiläumsjahr kaum im Programm wieder, dafür aber viel Mozart, präsentiert von Künstlern wie der Salzburger Hofmusik oder Ernst Kovacic.
Und neben populäreren Formaten ist das Wiederauftauchen des „Komponistenporträts“ bemerkenswert. Das widmet sich heuer am 22. August Gerd Kühr und seinem umfangreichen Schaffen, bevor man mit dem Schönberg Chor den traditionellen Ausklang mit Gala am 24. und Messe am 25. August feiert. Besuch wärmstens empfohlen!
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