
Seit 275 Tagen und Nächten fehlt von Hamas-Geisel Tal Shoham jede Spur. Statt zu spielen, quälen sich seine Kinder täglich mit Fragen, die ihnen niemand beantworten kann. Die Freilassung des rot-weiß-roten Staatsbürgers ist das große Ziel, doch das steht noch in den Sternen ...
Kinder sollten spielen, lachen, vor Vergnügen schreiend über Wiesen und Strände laufen. Naveh und Yahel – sie sind 8 und 4 Jahre alt – können das schon lange nicht mehr. Exakt seit dem 7. Oktober 2023.
An diesem Tag drangen schwer bewaffnete Horden der islamischen Terrororganisation Hamas in Israel ein, mehr als 1200 Menschen wurden abgeschlachtet, an die 250 Frauen, Männer und Kinder in den Gazastreifen entführt. Darunter auch Naveh, Yahel – und ihre Eltern.
Geiselnahme fühlt sich wie Ewigkeit an
Mama Adi, Naveh und seine kleine Schwester wurden nach 50 Tagen wieder frei gelassen. Ihr Großvater Avshalom wurde am 7. Oktober ermordet, ebenso weitere zwei Familienmitglieder. Doch von Papa Tal Shoham, einem österreichischen Staatsbürger, fehlt bis heute jede Spur – er wird seit 275 Tagen und Nächten in Gaza als Geisel festgehalten.
„Diese Zeit ist für meine Kinder zu einer qualvollen Ewigkeit geworden“, sagt Adi Shoham. Denn sie wissen, was es heißt, Geisel zu sein – sie kennen die Gefahren, die tägliche Hilflosigkeit und die Angst, in den Händen der Terroristen zu sein.
Offene Fragen belasten vor allem die Kinder
Naveh und Yahel wurde die kindliche Leichtigkeit genommen. Sie haben Fragen, die sie niedergeschrieben haben: Es sind Fragen, die kein Kind jemals stellen sollte. „Wo ist Opa? Wie ist er gestorben? Wie haben sie entschieden, wen sie umbringen und wen sie entführen? Wo ist Papa? In einem Tunnel oder Haus?“ Und das Wichtigste: „Ich habe genug. Ich will meinen Papa! Wann kommt Papa endlich zurück?“
Naveh ist 8, Yahel 4! Mama Adi sagt: „Es ist eine unerträgliche Realität. Die Qualen müssen aufhören. Diese Fragen gehören zu unserem Alltag. Die Gemeinschaft muss uns helfen, Tal nach Hause zu unseren Kindern zu bringen. Dies ist das Menschlichste, Anständigste und Dringendste, was wir tun können.“
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