21.11.2012 11:55 |

Wegen Online-Spielen

"Herr der Ringe": Tolkien-Erben verklagen Warner

Kurz vor dem Kinostart des neuen "Hobbit"-Abenteuers haben die Tolkien-Erben Klage gegen das Filmstudio Warner Bros. eingereicht. Wie das US-Branchenblatt "Hollywood Reporter" berichtet, werfen die Kläger den Filmemachern vor, mit ihrem digitalen Merchandising gegen bestehende Vereinbarungen zu verstoßen. Konkret geht es um die Nutzung der Rechte in Online-Games, schlimmstenfalls droht auch dem beliebten Multiplayer-Rollenspiel "Der Herr der Ringe Online" das Aus.

Warner Bros. habe laut den bestehenden Verträgen nur das Recht, materielle Produkte wie Figuren, Kleidung und Papierwaren zu verkaufen, nicht aber digitale Waren wie Online-Spiele und Klingeltöne. Grund für den Disput war ein im Tolkien-Universum angesiedeltes Online-Glücksspiel, das sowohl die Erben als auch Fans der Saga verärgert hatte. Nach der Forderung der Tolkien-Erben sollen Warner Bros. und andere Beteiligte Produktion und Verkauf solcher Werke einstellen.

Tolkien-Erben fordern 80 Millionen Dollar
Wegen der bisher veröffentlichten Online-Spiele verlangen die Kläger eine Entschädigung in Höhe von 80 Millionen US-Dollar. Sie machen Vertragsbruch geltend und argumentieren zudem, dass eine Vermarktung in Online-Glücksspielen dem Ansehen von Tolkiens Werk schade.

Wird der Klage stattgegeben, bedeutet das für im "Herr der Ringe"-Universum angesiedelte Online-Glücksspiele wie jenes, das den Streit verursacht hatte, das Aus. Es besteht dadurch jedoch auch die Gefahr, dass andere Titel wie das beliebte Online-Rollenspiel "Der Herr der Ringe Online" eingestellt werden müssen, wenngleich dies unwahrscheinlich ist, da das MMO im Gegensatz zu Glücksspielen den Ruf der Tolkien-Werke nicht belasten dürfte.

Dass die Klage gerade jetzt kommt, ist dem IT-Portal "Golem" zufolge vermutlich kein Zufall. Durch den nahenden Start der neuen "Hobbit"-Trilogie besteht großes öffentliches Interesse an den Tolkien-Werken, und für die Erben des Schriftstellers sollte es deshalb leichter sein, sich mit ihren Forderungen Gehör zu verschaffen.

"Hobbit"-Trilogie startet Mitte Dezember
"Der Hobbit" des britischen Autors J.R.R.Tolkien ist der Vorläufer der "Der Herr der Ringe"-Trilogie. Der neuseeländische Regisseur Peter Jackson hat die Fantasy-Geschichte in drei Teilen verfilmt. Die erste Folge, "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise", kommt Mitte Dezember in die Kinos. Es geht um den abenteuerlustigen Hobbit Bilbo Beutlin, der einem kleinwüchsigen friedfertigen Völkchen angehört, das die Fantasiewelt Mittelerde bevölkert.

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