Premieren-Panne

Alpine Alpenglow Hy4: Das Alpenglühen blieb aus

Motor
17.05.2024 06:01

Mit dem Alpenglow Hy4 gibt die Renault-Tochter Alpine einen spannenden Ausblick auf die Zukunft der Marke. Die Konzeptstudie trägt ein atemberaubendes Design und wird zur Verringerung der Emissionen von einem Wasserstoff-Verbrennungsmotor angetrieben. Eigentlich sollte der futuristisch gestaltete Sportwagen im Rahmen der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC ein paar Demonstrationsrunden drehen. Eigentlich. Aber daraus wurde nichts.

(Bild: kmm)

Im Vergleich zur ersten Studie Alpenglow, die 2022 auf dem Pariser Autosalon enthüllt wurde, zeigen die Franzosen nun mit dem Alpenglow Hy4 die nächste Entwicklungsstufe. Hierzu hat Alpine das Design verfeinert und eine neu gestaltete Crashbox zur Absorption von Aufprallenergie in die Carbonfaser-Karosserie integriert. Die Position der drei Wasserstofftanks in den Seitenkästen und hinter dem Cockpit wurde hingegen beibehalten.

Vorerst nur vier Zylinder
Der Alpenglow Hy4 ist mit 5,20 Meter extrem lang. Die Spur wurde auf 2,10 Meter verbreitert, daher beträgt die Gesamtbreite jetzt 2,15 Meter. Da der gerade einmal 1,10 Meter flache Bolide um einiges breiter wurde, ist aus dem einstigen Einsitzer ein Zweisitzer geworden. Allerdings ein ziemlich enger, der eher etwas für eine gefestigte Zweierbeziehung ist, wie ein erster Blick über die Flügeltüren ins Cockpit verrät.

Der Versuchsträger basiert auf einem LMP3-Rennwagenchassis. Die flache Formensprache lehnt sich stark an die Alpine A424 an, die in der prestigeträchtigen Hypercar-Kategorie der World Endurance Championship antritt. Ein außergewöhnliches Merkmal ist ein niedrig positionierter, transparenter Spoiler am Heck der Studie. Zur Reduzierung der NOx-Emissionen setzt Alpine auf gasförmigen Wasserstoff beim Antrieb.

(Bild: Autoren-Union Mobilität/Guido Borck)
(Bild: Autoren-Union Mobilität/Guido Borck)
(Bild: Autoren-Union Mobilität/Guido Borck)
(Bild: Autoren-Union Mobilität/Guido Borck)
(Bild: Autoren-Union Mobilität/Guido Borck)
(Bild: Autoren-Union Mobilität/Guido Borck)

Unter der Kohlefaserhaube der Alpine Alpenglow Hy4 arbeitet ein 2,0-Liter-Reihenvierzylinder mit Turbolader der Rennwagenschmiede Oreca. Das 340 PS starke Triebwerk verfügt über Wasserstoff-Direkteinspritzung mit 40 bar Druck und erreicht eine maximale Drehzahl von 7000 Umdrehungen in der Minute. Die Kraftübertragung erfolgt über ein sequenzielles Renngetriebe mit Fliehkraftkupplung. Die Leistung soll mit der eines Benzinmotors vergleichbar sein, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 270 km/h.

Der Motor erfordert spezielle Entwicklungsarbeit, da Wasserstoff in Gasform eingespritzt wird, was es schwieriger macht, ein homogenes Gemisch zu erzeugen, als bei Benzin, das in Tropfenform injiziert wird. Später soll ein eigens von Alpine entwickelter V6-Motor den Reihenvierzylinder ersetzen.

Einfach nicht angesprungen
Eigentlich sollte der futuristisch anmutende Sportwagen vor dem Sechs-Stunden-Rennen der WEC am zweiten Wochenende im Mai im belgischen Spa-Francorchamps vor rund 90.000 Zuschauern einige Testrunden drehen. Doch daraus wurde nichts. Die Elektronik des Boliden verweigerte ihren Dienst, der Alpenglow Hy4 sprang selbst nach mehreren Versuchen nicht an, was bei einem Prototyp durchaus vorkommen kann. Dabei hatte die Konzeptstudie bereits 700 Testkilometer problemlos absolviert. Manchmal steckt der Teufel eben im Detail.

Noch ist der Alpenglow Hy4 ein Prototyp und dient als Versuchslabor. Dass man ihn in Zukunft als Rennwagen in der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC sehen wird, ist sehr wahrscheinlich, denn für 2027 ist eine eigene Wasserstoffklasse bei den 24 Stunden von Le Mans geplant. Ob es von der Studie auch eine abgeleitete Straßenversion geben wird, ließen die Franzosen auf Nachfrage noch offen – allerdings mit einem süffisanten Augenzwinkern. (cen/Guido Borck)

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