Do, 13. Dezember 2018

OLG gab Linzer Recht

08.10.2012 12:42

bet-at-home muss Zocker 950.000 Euro zurückzahlen

Die Klage eines spielsüchtigen Linzers gegen den Online-Glücksspielanbieter bet-at-home ist in zweiter Instanz erfolgreich gewesen. Der Mann hatte binnen weniger Monate mehr als eine Million Euro verzockt und zog dann vor Gericht: bet-at-home verfüge in Österreich nämlich über keine gültige Lizenz für Online-Roulette. Das Linzer Oberlandesgericht gab dem Kläger Recht: Der Konzern muss dem Oberösterreicher demnach 950.000 Euro zahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Nachdem sich der Kläger in Österreichs Casinos schon selbst sperren hatte lassen, wurde er erneut rückfällig: Von Juni 2010 bis April 2011 verzockte der Oberösterreicher 1.064.458 Euro per Mausklick beim Roulette im Internet - und zwar über das Firmenkonto seines Chefs, der einen gut gehenden 70-Mann-Betrieb in Linz führt.

"Mein Mitarbeiter ist hochintelligent und hat alles so perfekt gefälscht, dass ich es erst bemerkt hatte, als das viele Geld schon weg war", so der Unternehmer. Er hatte seinen Angestellten vorerst nicht angezeigt, sondern ihm eine Chance gegeben, zumindest einen Teil der enormen Schulden abzuarbeiten.

Erstgericht wies Klage ab
Während das Erstgericht die Klage des Oberösterreichers abgewiesen hatte, gab ihm das Oberlandesgericht Linz nun Recht. Die Grazer Rechtsanwaltskanlei Greiml & Horwath hatte aufgedeckt, dass der Anbieter bet-at-home über keine gültige Konzession nach dem Glücksspielgesetz verfügt. "Er hat das Online-Roulette verbotenerweise angeboten", heißt es im aktuellen Urteil des Oberlandesgerichts.

Christian Horwath, der Anwalt des Spielers, sprach von einem "bahnbrechenden" Entscheid und einer Bestätigung für das Glücksspielmonopol. Nun könnten erstmals Spieler klagen, die von Österreich aus Geld bei einer Internetplattform wie bet-at-home verzocken, so der Grazer Advokat am Montag. "Es wird österreichisches Recht angewendet. Das ist wesentlich und aus Spielerschutzsicht sehr erfreulich."

Glücksspiel-Unternehmen will beim OGH berufen
950.000 Euro soll jetzt bet-at-home also wieder herausrücken. Das Unternehmen will das so allerdings nicht hinnehmen und beim Obersten Gerichtshof Revision einlegen, kündigte ein Sprecher an. Darüber hinaus könne man sich wegen des laufenden Verfahrens zu dem Fall nicht äußern.

Laut Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs ist es den Mitgliedstaaten der EU überlassen, Glücksspiel anzubieten und von einer Erlaubnis durch eine Behörde abhängig zu machen. Wenn ein EU-Land das betreffende Spiel erlaubt, gilt das aber nicht automatisch auch für einen anderen Staat, erklärte OLG-Sprecher Andre Starlinger. Österreich regle das Glücksspiel im Sinne des Verbraucherschutzes vergleichsweise streng.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Brutale Königsklasse
Rot-Orgie: Wöber-Grätsche und Müller-Kung-Fu
Fußball International
Hier das Party-Video
Rapid: 12.000 Rangers-Fans feiern Euro-Hit in Wien
Fußball International
Rot für Wöber
Tor-Show! Bayern vergeben Sieg, holen aber Platz 1
Fußball International
Auch Roma verliert
Peinlich! Real kassiert gegen Moskau Heim-Blamage
Fußball International
Salzburg-Sportboss
Freund: „Wollen das Stadion zum Brodeln bringen“
Fußball International
Rapid-Coach sicher
Kühbauer: „Haben die bessere Ausgangssituation“
Fußball International
Persönliche Probleme
Spielsucht? Celtic-Stürmer fehlt gegen Salzburg
Fußball International
Rangers-Coach
Gerrard erwartet „50:50-Match“ gegen Rapid
Fußball International
Aber er will bleiben
Liebes-Krach: Verlobte schmeißt Maradona raus
Fußball International
Es geht um China
UEFA plant Champions League am Wochenende
Fußball International
Wegen Daumenverletzung
Neureuther verzichtet auf Rennen in Alta Badia
Wintersport

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.