Als ich unmittelbar nach dem 7. Oktober das Hamas-Massaker an der Gaza-Grenze sah, ging mir der Gedanke an die nun drohende Antwort nicht aus dem Kopf: Amok!
Denn die Israelis fühlen den 7. Oktober als Versuch eines neuen Holocaust: als ultimative Existenzbedrohung. Das bedeutet blinde Wut – notfalls gegen die ganze Welt. Da bleibt kein Ohr für Ratschläge.
Israel führt diesen ungewollten Krieg auf eine Art, die seine Glaubwürdigkeit untergräbt. Es überfordert die Partner, die an seiner Seite stehen.
Denn Netanyahu hat eine persönliche Agenda, den Krieg zu eskalieren und in die Länge zu ziehen, um im Amt zu überleben. Er will alle Bedrohungen ein für allemal aus der Welt schaffen. Dazu zählt die gezielte Bombardierung iranischer Generäle, die für die Hisbollah im Libanon zuständig sind. Dazu zählt ihr Raketenfeuer auf den Norden Israels. Und dazu zählt letztlich Rafah im Süden von Gaza.
Jede Ausweitung des Krieges etwa durch Vergeltungs-Raketen aus dem Iran zieht auch die USA in eine militärische Auseinandersetzung hinein. Andererseits sprengt jeder Kompromiss Netanyahus Koalition mit zwei faschistischen Kleinparteien.
Auch wenn Netanyahu die Haltung der Welt egal ist, so muss doch Israel im Interesse einer gedeihlichen Zukunft daran gelegen sein, seine Unterstützer nicht zu verlieren. Alles, was man anstellt, fällt irgendwann auf einen zurück.
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