„Ich bring‘ dich um! Wenn ich dich nicht haben kann, soll dich keiner haben!“, dieses gefährliche Versprechen soll ein 34-Jähriger seiner Ex-Freundin gemacht haben. Zudem hätte er sie gewürgt und getreten und ihre Familie und Freunde mit zahlreichen Anrufen und Nachrichten terrorisiert. Ein Stalking-Horror.
„Die Kinder in der Siedlung hatten schon große Angst und trauten sich nicht mehr draußen zu spielen“, erzählt ein Zeuge am Montag vor Gericht in Graz. Der junge Mann soll vom Angeklagten massiv gestalkt worden sein. Auch indirekt, indem der 34-Jährige einen Bekannten beauftragte, dem Neuen seiner „Ex“ Nachrichten zu schicken.
„Auf einmal stand er neben mir“
„Ich hab‘ auch Anrufe in Dauerschleife gekriegt. Jede Minute hat es geklingelt“, erzählt der Steirer. „Und einmal beim Zigaretten holen, ist er plötzlich neben mir gestanden und wollte reden.“ Es sei echt nicht lustig gewesen.
Die Kinder in der Siedlung hatten Angst. Sie trauten sich nicht mehr zu spielen.
Ein Zeuge vor Gericht
„Keiner soll dich haben“
Doch es blieb bei dem 34-Jährigen nicht nur beim Reden. Um seine Freundin umzustimmen, zu ihm zurückzukehren, trat und würgte er sie, zudem hätte er sie angebrüllt: „Ich bring‘ dich um. Wenn ich dich nicht haben kann, soll dich keiner haben.“
Kein Würgen, nur ein Tritt
Dazu ist der Angeklagte, der eigentlich alles bis dato leugnete, dann plötzlich doch ein bisschen geständig. „Zu einem Tritt“, erklärt sein Verteidiger. „Mehr nicht?“, fragt die Richterin Michaela Lapanje. „Nein, sonst nix. Ich hab sie nicht gewürgt und nicht bedroht!“, sagt der Steirer. Wegen Tatbegehungsgefahr sitzt der mehrfach vorbestrafte Gewalttäter aber in U-Haft.
Mutter zur Falschaussage angestiftet
Das will sein Verteidiger zum Schluss ändern und beantragt die Enthaftung. „Die Tathandlungen stehen nicht mehr im Verhältnis zur U-Haft!“ - „Ich hab Arbeit und eine Landwirtschaft und pflegebedürftige Leute daheim“, ruft der Angeklagte dazwischen. Doch die Richterin lehnt ab: „Sie haben noch in der Haft ihre Mutter zu einer Falschaussage angestiftet.“ Mehr gibt es dazu wohl auch nicht zu sagen. Es wurde vertagt.
Auch Bruder Stalking-Opfer
In einem anderen Verfahren am Straflandesgericht in Graz ist übrigens auch der Bruder der „Ex“ Opfer des irren Stalking-Terrors. Auch ihm schrieb der Angeklagte zig Nachrichten und ließ das Telefon heißlaufen. Der Steirer hatte zwischenzeitlich sogar den Kontakt zu seiner Schwester abgebrochen, weil er das alles nicht mehr aushielt. Auch hier ist das Ende noch offen.
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