Es kracht an den heimischen Schulen. Der akute Lehrermangel und die überbordende Bürokratie sorgen auch bei den Direktorinnen und Direktoren für Sorgenfalten. Viele stöhnen unter der Last und fühlen sich überarbeitet. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Johannes-Kepler-Uni.
„40 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie ein hohes Stresslevel haben. Vor zehn Jahren waren es bei einer Umfrage nur 16 Prozent“, sagt Studienleiter Stephan Huber von der School of Education der JKU Linz.
Große Umfrage
Im Rahmen des Schulbarometers wurden auch die Schulleiter in ganz Österreich befragt - rund 2000 beteiligten sich. Das Ergebnis sollte der Politik und den Bildungsdirektionen zu denken geben.
Viele Überstunden
Denn 45 Prozent der Befragten gaben an, dass der Lehrermangel große Auswirkungen auf ihre Schule haben. Und weil in Österreich viele Direktorinnen und Direktoren ohnedies noch in den Klassenzimmern stehen müssen, führt das zu einem enormen Anstieg an Überstunden. Mehr als 80 Prozent gaben an, Überstunden leisten zu müssen, knapp 30 Prozent davon in einem Ausmaß von über 200 Stunden im Schuljahr - unbezahlt.
Die Folge: „Rund ein Drittel der Befragten gab an, in ihrem Beruf ständig überfordert zu sein. Rund die Hälfte gibt an, selten das Gefühl zu haben, einmal richtig abschalten zu können“, so Huber.
Direktoren für alles da
Warum das so ist, skizziert Christine Obermayr, Obfrau des Vereins pädagogische Führungskräfte und selbst Direktorin der MS Eferding. „Im Pflichtschulbereich haben Schulleiter keine Sekretärin, sie müssen die Schule aufsperren, das Personal koordinieren und für die Eltern da sein“, erzählt sie. Dazu kommt noch ein hoher bürokratischer und administrativer Aufwand. „Die Administration ist der Stressbringer“, so Stephan Huber.
Die Ergebnisse werden nun an die Politik und die Bildungsdirektionen übermittelt. Dann sollen Änderungen folgen. „Die Schulleiter müssen eingebunden werden. Und bei den Maßnahmen muss genau geschaut werden, welche Auswirkungen sie haben", fordert Huber.
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