Mehr Laborparameter

Ärztekammer will erweiterte Vorsorgeuntersuchung

Österreich
03.01.2024 09:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Wiener Ärztekammer fordert, die jährliche Vorsorgeuntersuchung zu erweitern. So sollen etwa Laborparameter wie der Schilddrüsenwert „TSH“ und der Eisenstatus bei Frauen angesehen werden. 

Bei Männern sollen das Blutbild (ist bei Frauen bereits eingeschlossen) und die PSA-Untersuchung aufgenommen werden, um Prostatakrebs früh zu erkennen. „Die Vorsorge ist der Schlüssel zur Gesundheit und ein etabliertes, einzigartiges Frühwarnsystem, das es uns Ärztinnen und Ärzten ermöglicht, Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten nachhaltig zu steigern. Leider ist das Leistungsspektrum mittlerweile nicht mehr auf dem neuesten Stand (...)“, sagte Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Obfrau der Kurie der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für Wien, in einer Aussendung.

Honorare seit 2017 nicht angepasst
Kritisiert wurde zudem, dass die Honorare für die Leistungen der Vorsorgeuntersuchung seit 2017 nicht mehr angepasst wurden. Gleichzeitig begrüßte sie es jetzt, dass Computertomografien des Herzens sowie Prostata-MRT seit 1. Jänner Teil des Leistungsspektrums sind. Laut Ansicht der Medizinerinnen und Mediziner soll es künftig auch die Möglichkeit zur Vorsorgekoloskopie (Darmspiegelung, Anm.) ab dem 45. Lebensjahr geben. Darüber hinaus müssten ein Screening auf Langzeitzucker, um Diabetes zu erkennen, und die Umstellung von Hämoccult auf den modernen FIT-Test (Stuhltest zur Darmkrebsvorsorge) in den Leistungsumfang aufgenommen werden. Auch eine Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader, um das Risiko für Menschen mit Bluthochdruck einzuschätzen, könne vielen Risiken vorbeugen.

Frauen gehen eher zur Vorsorge als Männer
Die Vorsorgeuntersuchung kann ab dem 18. Lebensjahr einmal pro Jahr als Kassenleistung genutzt werden. Die aufgewendeten Mittel machen im Vergleich zu den Gesamtausgaben der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) nur wenig aus. Angeboten wird sie von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten der Allgemeinmedizin sowie von verschiedenen Fachärztinnen und Fachärzten. Im gynäkologischen Bereich werden weitere spezielle Vorsorgeuntersuchungen angeboten.

Laut ÖGK haben 2022 nur knapp zwölf Prozent der Männer und etwas mehr Frauen in Österreich eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch genommen. Um diese Zahl zu erhöhen, braucht es laut der Ärztekammer Bewusstseinsbildung und Anreizsysteme. Vorbild könnte etwa das Blutspende-Programm des Österreichischen Roten Kreuzes sein.

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