Im Krankenhaus St. Pölten wurde erstmals in Niederösterreich ein neuartiger Defibrillator implantiert, der nicht nur viel kleiner als seine Vorgänger ist, sondern auch Langzeitkomplikationen vermeiden soll.
Dass Innovation und Weiterentwicklung in den heimischen Spitälern großgeschrieben werden, haben Mediziner in St. Pölten und Krems eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In der Landeshauptstadt wurde kürzlich erstmals in Niederösterreich ein neuer Defibrillator implantiert. Der kleine Lebensretter soll durch seine Lage direkt unter dem Brustbein und außerhalb der Venen Langzeitkomplikationen wie Gefäßverschlüsse und das Risiko von Infektionen vermeiden.
Außerdem ist das Gerät viel kleiner und benötigt weniger Energie für einen Stromstoß. Das Universitätsklinikum St. Pölten ist nach Wien, Linz und Innsbruck das vierte Zentrum, in dem dieser Defibrillator eingesetzt wird.
Im Lungenkrebszentrum in Krems wurde indes als Teil eines internationalen Forschungsteams die Wirkung des Medikaments „Tarlatamab“ erforscht, das ganz neue Therapieoptionen bei fortgeschrittenem, kleinzelligen Lungenkrebs ermöglichen soll. Im Rahmen einer Studie, die im renommierten New England Journal of Medicine erschienen ist, konnte bei 40 Prozent der Patienten eine wesentliche Verkleinerung des Tumors erzielt werden. Diese hatten vorab bereits zwei unterschiedliche Therapielinien erhalten und dennoch eine Verschlechterung ihrer Erkrankung gehabt - es gab für sie also keine wirksamen weiteren Optionen mehr.
Studie als letzte Hoffnung
Das Ergebnis der neuartigen Immuntherapie mit „Tarlatamab“, bei der zwei verschiedene Dosierungen inklusive ihren Nebenwirkungen untersucht und die Ansprechraten auf das neue Medikament dokumentiert wurden, könnte daher die künftige Behandlung von bisher nicht mehr therapierbaren Lungenkrebspatientinnen revolutionieren. „Die Studie war für einen Großteil der Teilnehmer die letzte Hoffnung. So sind zwei Patienten extra regelmäßig aus der Schweiz und Tschechien angereist, um die entsprechende Therapie an unserem Lungenkrebszentrum in Krems zu erhalten“, weiß Sabin Handzhiev, Oberarzt an der klinischen Abteilung für Pneumologie am Universitätsklinikum Krems und Co-Autor der Studie.
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