Wie halten es die Tirolerinnen und Tiroler mit ihren Finanzen und was denken sie über ihre Bank? Diesen und anderen Fragen ging Alexander Zeh, Marktforscher von Ipsos Austria, in einer Bankenstudie nach. Von 6. bis 19. November wurden dafür 315 Personen im Alter von 16 bis 75 Jahren im „Heiligen Land“ befragt.
Die Ergebnisse präsentierte Zeh zusammen mit Reinhard Mayr, dem Obmann der Sparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Tirol. „Die Zufriedenheit der Tiroler mit ihrer Bank ist sehr hoch“, freut sich Mayr. Konkret gaben 37 Prozent an, dass sie „sehr zufrieden“ sind, weitere 41 Prozent vergaben ein „eher zufrieden“. Mit „es geht“ antworteten 16 Prozent. „Eher unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“ sind lediglich 4 bzw. 1 Prozent der Befragten.
„Besonders erfreulich ist, dass unter denen, die mit ihrer Bank sehr oder eher zufrieden sind, 96 Prozent angaben, dass sie den Banken generell sehr vertrauen“, so RLB-Tirol-Vorstand Mayr.
Für das neue Jahr rechne ich mit keinen weiteren Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank. Eventuell kommt es sogar zu einer Senkung.
Reinhard Mayr
Mehrheit gegen Abschaffung der Filialen
Besonders interessant: 30 Prozent gaben an, dass ihnen der Kontakt zu ihrer Bank „sehr wichtig“ ist, weiteren 31 Prozent ist er „ziemlich wichtig“. Gleichzeitig gaben aber auch stolze 69 Prozent an, dass sie ihre Filiale seltener als ein- bis zweimal pro Monat besuchen. Lediglich ein Prozent der Befragten besucht die Bank mehrmals pro Woche oder sogar täglich.
Unterdessen macht sich auch die Digitalisierung langsam bemerkbar. Denn für zwölf Prozent ist eine Bank ohne Filiale „sehr gut vorstellbar“ und für 27 Prozent „eher vorstellbar“. Wobei die klare Mehrheit eine Abschaffung der Filialen für „eher nicht vorstellbar“ (32 Prozent) bzw. „nicht denkbar“ (23 Prozent) hält.
Sparbuch erfreut sich vermehrter Nachfrage
Und wie sieht es mit dem lieben Sparen bzw. der Veranlagung des Geldes aus? „Im Jahr 2021 gaben noch 47 Prozent an, dass sie Interesse an einer Eigentumswohnung oder einem Haus haben. Jetzt sind es nur noch 39 Prozent“, rechnet Zeh vor. Dafür erfreut sich das Online-Sparbuch vermehrter Nachfrage. 38 Prozent präferieren diese Form, 2021 waren es nur 24 Prozent. Auf Platz drei folgt das klassische Sparbuch (32 Prozent; 2021: 25 Prozent).
Und auf dem vierten Platz der beliebtesten Sparform ist Gold. 32 Prozent nannten das Edelmetall. Dieser Wert blieb im Vergleich zu 2021 gleich.
7 von 10 wissen nicht über aktuelle Zinslage Bescheid
Beunruhigend für den Banken-Obmann Mayr: „Etwa sieben von zehn der Befragten kennen die aktuellen Kredit- und Sparzinsen nicht.“ Hier brauche es mehr Aufklärung. Apropos Zinsen: Für das neue Jahr rechnet Mayr mit keinen weiteren Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank. „Eventuell kommt es sogar zu einer Senkung.“ Für Kreditnehmer wäre das erfreulich.
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