Die Christophorushütte am Feuerkogel in Ebensee geht heuer - wie berichtet - wegen zu hoher Kosten erstmals in die Winterpause. Doch wie schlimm ist es um die heimischen Berghütten bestellt? Die „Krone“ hat sich unter den heimischen Hüttenwirten umgehört, denen vor allem die Kosten Sorgen machen.
„Einige Weihnachtsfeiern haben wir absagen müssen, weil wir nicht ausreichend Personal haben“, beklagt Alexander Neubacher vom nur wenige Gehminuten von der Christophorushütte entfernten Berggasthof Edelweiß am Feuerkogel. „Wir können nicht weniger einheizen, auch bei den Lebensmitteln wollen wir nicht einsparen. Die Mehrkosten können wir so nicht weitergeben, weil heuer stärker aufs Geld geschaut wird als sonst!“
„Lebensmittel sind um ein Viertel teurer geworden“
Auch Roland Schimpl, Wirt von der Katrin-Almhütte, hat in diesem Winter die Sitzplätze wegen Personalmangels auf 45 reduziert: „Lebensmittel sind in den vergangenen 24 Monaten um 25 Prozent teurer geworden, Bier um zehn Prozent - und gerade da sind die Gäste sehr sensibel!“ Oben auf den Bergen brauche man besonders viel Energie, weil mehr geheizt werden müsse, erläutert Bernhard Quehenberger von der Sonnenalm im Skigebiet Dachstein-West.
Energiebedarf in den Bergen besonders hoch
„Wir haben das Glück, dass wir teilweise mit Holz heizen, das wir uns aus unserem Wald holen können, so können wir einiges einsparen!“, erzählt Quehenberger weiter. Beim Personal profitiere er von seinem sozialen Umfeld: „Wir haben zwar ein gutes Stammpersonal, aber wenn das mal nicht ausreicht, hilft auch die Familie mit!“
Einige der Mitarbeiter sind aus der Baubranche zurückgekehrt - „oder das Fließband ist ihnen zu langweilig geworden und sie wollen wieder hinaus in die Natur!
Rainer Löger von der gleichnamigen „Hüttn“ im Skigebiet Hinterstoder
Gestiegene Lohnkosten bereiten Wirten Sorgen
Hinaus in die Natur kommt man auch am Hochficht, wo Stefan Binder die hungrigen Sportler und Winterfreunde in seinem Gasthaus zum Überleben bewirtschaftet. „Uns machen eher die stark gestiegenen Lohnkosten zu schaffen“, verrät Binder.
Manche Wirte nehmen vor allem die Politik in die Pflicht
Am Kasberg können beispielsweise Kinder gratis mit den Liften fahren. Warum nicht alle Seilbahnen so ein „Guzzi“ anbieten, obwohl doch die Kleinen die Zukunft des Wintersports sind, wundern sich in der Branche viele. „Ja, Gastronomie ist ein fordernder Job und die Margen werden stetig kleiner“, sagt Roland Schimpl von der Katrin-Alm. Für ihn steht fest: „Wenn man eine Hütte führt, dann muss man seinen Job einfach gern machen, und wirklich mit Herz und Seele dabei sein!“
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