Tierbisse sind eine unterschätzte Gefahr - darauf weist Unfallchirrug Sebastian Zohner, Leiter der Traumatologie im Kepler Universitätskilinkum hin: „Grundsätzlich ist nicht nur die unmittelbare Bissverletzung ein Problem, sondern oftmals gibt es auch schwere Verläufe.“
„Durch den Speichel in der Mundhöhle des Tieres gelangen Bakrerien in die Wunde, es kommt dann oftmals zu einer Infektion. Zu der Ursprungsverletzung kommt dann der vergrößerte Weichteildefekt“, sagt Zohner.
In Kopfhaut gebissen
Zohner erinnert sich besonders an den Fall eines Kindes, das von einem Hund in den Bereich der behaarten Kopfhaut gebissen worden war. Es musste viele Male plastisch chirurgisch operiert werden. „Im Gesicht schneidet man nichts weg, man versucht die Wunddränder zu reinigen und sauber zu halten. Narben muss man später glätten“, erklärt Zohner seine knifflige Tätigkeit mit dem Skalpell. Der Chirurg warnt übrigens eindringlich davor Bisswunden auf die leichte Schulter zu nehmen.
Was in der Wunde verbleibt, führt sehr oft zur Infektion. Das geht bis zur Blutvergiftung und zur Sepsis.
Unfallchirurg Sebastian Zohner
Auch Katzenbisse sind heimtückisch
Nicht nur Hunde-, sondern auch Katzenbisse seien tückisch. Bei den Stubentigern kommt dazu, dass sie an ihren Beißerchen oft Zahnstein haben, der in der Wunde stechen bleiben kann. Auch brechen Katzenfänge leichter ab, die Spitzen bleiben dann im (menschlichen) Opfer zurück , sagt Zohner. Solche Wunden dürfe man keinesfalls luftdicht verschließen – dies wäre für die Wärme liebenden Bakterien optimal.
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