Im Kampf gegen die illegale Abfall-Entsorgung werden in Wels künftig 21 Mitarbeiter des Wachdienstes eingesetzt. Wer beim Wegwerfen von Kleinmüll erwischt wird, muss mit Strafen zwischen 30 und 8200 Euro rechnen. Vorerst ist geplant, dass die „Müll-Polizei“ ein halbes Jahr im Einsatz sein wird.
Eine Aktion scharf gegen Müllsünder startet die Stadt Wels. „Die Mitarbeiter der Stadt entsorgen jedes Jahr rund 200 Tonnen von illegal weggeworfenem Müll“, begründet FP-Bürgermeister Andreas Rabl diesen Schritt. Demgegenüber stehen „nur“ rund 150 Tonnen korrekt entsorgter Mist durch die Straßenkehrer in den dafür vorgesehen Behältern.
Wer unsere Stadt verschmutzt, wird künftig mit einer Anzeige und einer empfindlichen Geldbuße rechnen müssen.“
Andreas Rabl, FPÖ-Bürgermeister
Um die immer mehr werdenden Müllsünder auf frischer Tat zu erwischen oder im Nachhinein auszuforschen, wird nun für vorerst einmal sechs Monate das Waste-Watcher-Projekt laufen. Dafür wurde der Wachdienst (ÖWD) von der Stadt beauftragt und ermächtigt, Kontrollen von Müllsündern durchzuführen, ihre Daten aufzunehmen und in weiterer Folge an die Bezirksverwaltungsbehörde weiterzuleiten.
In ersten Woche wird nur ermahnt
Die Mindeststrafen beginnen abhängig von der Müllmenge bei 30 Euro. Laut Gesetz sind Bußgelder von bis zu 8200 Euro möglich. „Unser Ziel ist sicher nicht, möglichst hohe Geldstrafen einzuheben, sondern potenzielle Müllsünder abzuhalten“, so FP-Vizebürgermeister Gerhard Kroiß. Bis Ende nächster Woche werden ohnehin nur Ermahnungen ausgesprochen, ehe es danach rigoros Anzeigen setzt.
Leider ignorieren immer wieder ‘schwarze Schafe‘ unsere Bemühungen für ein sauberes Wels.
Gerhard Kroiß, FPÖ-Vizebürgermeister
Die „Müll-Polizei“ wird dabei sowohl in Uniform als auch in Zivil unterwegs sein. Rechtlich abgesichert ist ihr Vorgehen im Abfallwirtschaftsgesetz. Demzufolge ist die Gemeinde für die Kontrollen zuständig und kann dafür besondere Aufsichtsorgane bestellen.
Genaue Kenntnis über Hotspots
„Als langjähriger Partner im Bereich der Parkraumbewirtschaftung sind unsere Aufsichtsorgane täglich im Stadtgebiet unterwegs und kennen die Hotspots der Müllsünder. Für die neue Aufgabe gab es eine spezifische Ausbildung, vor allem im Bereich Kommunikation und Deeskalation. Sollte es brenzlig werden, rufen wir die Exekutive“, so ÖWD-Bereichsleiter Filip Hinterberger.
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