In einem offenen Brief kritisiert die ÖVP Wimpassing den Standort des vom Land geplanten Pflegestützpunktes. Dieser liege ungünstig und führe zu weiterer Bodenversiegelung.
Insgesamt 71 Pflegestützpunkte sollen landesweit entstehen. Einer davon in Wimpassing. Die Wahl des Standortes sorgt nun aber für Diskussionen. Die ÖVP hat einen offenen Brief an Landeshauptmann, Soziallandesrat und Bürgermeister geschrieben, in dem sie vor negativen Folgen warnt. „Wir sind froh, dass der Stützpunkt nach Wimpassing kommt, aber beim Standort schlägt jeder die Hände zusammen“, sagt ÖVP-Vizebürgermeister Thomas Menitz.
Lärm und Licht durch Sportplätze
Nicht nur komme es zu zusätzlicher Bodenversiegelung, der Stützpunkt sei auch zu weit vom Zentrum entfernt und liege zwischen zwei Sportplätzen. Auf diesen werde während der Saison fast täglich trainiert und gespielt. „Da sind Konflikte vorprogrammiert“, meint Menitz. Bevor der Gemeinderat etwas entscheide, müssten alle Fakten auf den Tisch und auch Alternativen in Betracht gezogen werden.
„Viel heiße Luft“
SPÖ-Bürgermeister Ernst Edelmann reagiert verärgert auf den Brief: „Viel heiße Luft.“ Andere Orte wären froh, wenn sie einen Pflegestützpunkt bekommen würden. Man habe mehrere Grundstücke der Gemeinde in Betracht gezogen, doch es gebe nur wenige, die die notwendige Größe hätten. Das Areal liege nur zwei Gehminuten von Post und Bücherei entfernt, fünf vom Nahversorger.
Pflege und Wohnen
Auf einer 4000 Quadratmeter großen Fläche soll die Tagesbetreuung samt 24-Stunden-Versorgung hinkommen, nur etwa 300 Quadratmeter würden tatsächlich verbaut werden. Auf dem zweiten, 2000 Quadratmeter großen Teil sei leistbares Wohnen geplant. Sorge, dass es zu Konflikten mit den Sportvereinen kommt, hat Edelmann nicht. „Es wird eher ein paar Besucher mehr am Sportplatz geben.“ Dass es noch keine Details gebe, liege daran, dass die Planungen erst am Anfang stünden. Die Anrainer sollen auf jeden Fall eingebunden werden.
Angebot vor Haustür
Vom Land wird betont, dass man mit den Stützpunkten bedürfnisorientierte Pflege vor der Haustür anbieten möchte, wovon die Pflegebedürftigen in der Region profitieren würden. Der Stützpunkt werde offen gestaltet, damit die Bevölkerung die Klienten besuchen könne.
Gemeinderat entscheidet
Damit die Planungen starten können, brauche es erst einmal die Zusage der Gemeinde den Grund zu verkaufen, so Edelmann. Dieser Optionsvertrag soll morgen, Mittwoch, im Gemeinderat beschlossen werden. Die ÖVP hält sich noch bedeckt, ob sie diesen unterstützen wird.
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