Ärztemangel wächst

Nachts kommt der Doktor auch per Video auf Visite

Politik
15.09.2023 10:00

Der zunehmende Ärztemangel hat nun auch beim Hausärztlichen Notdienst (HÄND) in Oberösterreich Folgen, wie die Antworten von ÖVP-Gesundheitspolitikerin Christine Haberlander auf eine SPÖ-Landtagsanfrage in Erinnerung rufen. Es gibt zeitliche Kürzungen, aber auch neue Zugänge, etwa künftig auch per Video.

Im zweiten Halbjahr 2023 wird es nach und nach in den 22 HÄND-Sprengeln im Land einen ärztlichen Visitendienst nicht mehr die ganze Nacht geben, sondern nur noch von 19 bis 23 Uhr. Nach 23 Uhr steht über die Nummer der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 sowie über die Kurzrufnummer des Ärztenotdienstes 141 ein Telefonarzt bzw. eine Telefonärztin bereit, der/die für medizinische Fragestellungen zur Verfügung steht „und die Patienten und Patientinnen durch das System leitet“, wie es etwas kryptisch heißt. Damit aber nicht genug, wie Haberlander weiter ausführt: „Dieses Service soll um die freiwillige Möglichkeit einer Videokonsultation mit den Telefonärzten ergänzt werden, was bis Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres umgesetzt sein wird“, so die ÖVP-Politikerin.

Ärztemangel erfordert Anpassungen
Grund für diese Umstellungen ist wie in anderen Bundesländern einmal mehr der Ärztemangel, wie auch Haberlander einräumt. „Die Ursache (für die Beschränkung auf längstens 23 Uhr, Anm.) liegt an der starken Belastung für die diensthabenden Ärzte insbesondere durch die zahlreichen unbesetzten Arztstellen. Es braucht daher eine Besetzung der offenen Kassenarztstellen in Oberösterreich!“ Hierorts sei diese Besetzung der offenen Stellen umso dringender, habe unser Bundesland doch die niedrigste Ärztedichte im niedergelassenen Bereich.

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